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Beratung, Hilfe, Integration

Trier. 922 Kontakte bei der Interventionsstelle und 732 Beratungsgespräche beim Frauennotruf: Diese Zahlen stellte deren Trägerverein S.I.E. für das Jahr 2011 vor. Zudem gab er einen Überblick über die Aktivitäten des Frauengartens.

Trier. Der gemeinnützige Verein S.I. E. hat bei einem Empfang seine Bilanz des vergangenen Jahres vorgestellt und Ausblicke auf 2012 gewagt. Der Verein ist Träger des Frauennotrufs, der Interventionsstelle sowie des Internationalen Frauengartens in Trier-Ehrang.
Die Interventionsstelle ist im vergangenen Jahr in 260 Fällen aktiv geworden, dabei gab es insgesamt 922 Beratungskontakte beziehungsweise Kontaktversuche. Die Beratungsstelle arbeitet mit einem pro-aktiven Ansatz: Nach einem Polizeieinsatz infolge von Gewalt in engen sozialen Beziehungen werden mit Einverständnis der Betroffenen Name und Adresse an die Beratungsstelle weitergegeben. Die Mitarbeiterinnen nehmen telefonisch Kontakt zur betroffenen Frau auf. Das Aufgabenfeld der Interventionsstelle umfasst erste psychosoziale Beratung und Unterstützung, Krisenintervention, Informationen über Schutzmaßnahmen und Weitervermittlung an andere Beratungsstellen.
An den Frauennotruf wenden sich vor allem Frauen und Mädchen, die von sexueller Nötigung, Vergewaltigung, sexualisierter Ausbeutung und Belästigung sowie Misshandlung bedroht sind oder sexualisierte Übergriffe erlebt haben. 2011 gab es 119 Erstkontakte, die Gesamtzahl der Kontakte lag bei 732. Ingrid Gödde wies bei der Vorstellung der Zahlen auf die deutlich zunehmende Kontaktaufnahme von Frauen hin, die komplex traumatisiert wurden und in der Folge an umfassenden psychischen Schäden leiden.
Beide Beratungsstellen haben im vergangenen Jahr auch zahlreiche Bildungs- und Präventionsveranstaltungen angeboten. Auch die Tagung zu "Missbrauchtes Vertrauen, Sexualisierte Gewalt in Institutionen — was können wir tun?" war ein Höhepunkt des Jahres.
Für 2012 plant der Frauennotruf eine Veranstaltungsreihe und eine Tagung mit dem Titel "SeXXL — die pornofizierte Gesellschaft?!"
Im Internationalen Frauengarten waren im zurückliegenden Jahr bis zu 30 Frauen aktiv. Multikulturalität wird in dem Integrationsprojekt groß geschrieben: Die dort gärtnernden Frauen kommen aus Deutschland, Thailand, Afghanistan, Libanon, der Türkei, Frankreich, Luxemburg und Griechenland. Bedeutsam für die Weiterentwicklung des Frauengartens ist die 2011 bewilligte dreijährige Förderung durch die Aktion Mensch. red