Beratung ist Vertrauensarbeit

TRIER. Aufklären, beraten, informieren, vermitteln – das ist das Metier von Inge Suska de Sanchez. Bei der Ökumenischen Sozialstation, die von den Katholischen Kirchengemeinden, dem Diakonischen Werk und der Caritas getragen wird, hat die 44-Jährige seit etwa zehn Jahren ihren Arbeitsplatz und viel Kontakt mit Menschen, die ihren Rat suchen.

Ihr Pädagogik-Studium hat Inge Suska de Sanchez im zweiten Anlauf mit dem Diplom abgeschlossen. Heute sei sie froh darüber, dass sie damals nach einer Pause die Entscheidung für das Studium getroffen habe. Während dieser Zeit hat die Diplom-Pädagogin mit der Arbeit im Haus Elisabeth begonnen, später war sie in der Altenhilfe der Caritas tätig. Die "soziale Ader" habe sie schon immer gehabt. Auch der Umgang mit Jugendlichen sei eine Option gewesen, die sie in ihre Überlegungen für die Lebensplanung einbezogen habe. Vor zehn Jahren, als das Land in Städten und Kreisen ein an Sozialstationen angeschlossenes Netz von Beratungs- und Koordinierungsstellen einrichtete, bewarb sich die Pädagogin um eine von vier Stellen in Trier und hatte Erfolg. Hauptsächlich suchen Menschen den Rat von Inge Suska de Sanchez, die Fragen zu den Themen "Alter", "Krankheit" oder "Behinderung" haben. Oftmals wenden sich Angehörige oder Betroffene mit ihren Problemen telefonisch oder in ihrem Büro an sie. Sie macht aber auch Hausbesuche. "Das ist Vertrauensarbeit und oft schwierig", sagt Suska de Sanchez. Denn wenn es darum gehe, dass jemand nicht mehr alleine im eigenen Haus weiterleben könne, muss die Beraterin viel Feingefühl und Geduld aufbringen. "Es ist auch von Fall zu Fall unterschiedlich, wie viel Hilfe akzeptiert wird. Ich berate die Menschen so, wie ich selber gern beraten werden würde", berichtet sie aus dem Arbeitsalltag. In den vergangenen Jahren sei das Thema "Demenz im Alter" immer wichtiger geworden. "Das ist ein Problem, das uns überrollt", sagt sie und hofft, dass Menschen auf die Informationen aus Aufklärungskampagnen aufmerksam werden. Bei ihrer Arbeit erhält die 44-Jährige Unterstützung von einer Gruppe ehrenamtlicher Helfer, auf deren Mitarbeit auch die Leiter der anderen drei Trierer Beratungs- und Koordinierungsstellen zurückgreifen. "Das sollten Menschen mit Lebenserfahrung und Menschenkenntnis sein", beschreibt sie das Profil eines freiwilligen Helfers, der Besuchsdienste übernimmt. "Die aktive Gruppe besteht schon sehr lange", erklärt sie. Leider seien es immer nur wenig neue Personen, die sich um eine ehrenamtliche Tätigkeit bewerben würden. Nach Feierabend freut sich die 44-Jährige darauf, Zeit mit ihrer Familie zu verbringen, mit der sie in Riveris lebt. Ihren Namen hat Inge Suska de Sanchez von ihrem aus Bolivien stammenden Mann erhalten. Mit ihren Kindern, die in der Familie zweisprachig aufwachsen, einem Hund und einer Findelkatze führt die berufstätige Mutter und Ehefrau ein ausgefülltes Leben. "Es war mir wichtig, dass meine Kinder einen Bezug zu Bolivien haben", erklärt sie. So versucht die Familie, wenn es die finanziellen Möglichkeiten erlauben, regelmäßig in die Heimat des Vaters zu reisen. "Die Musik, die Landschaft und die Menschen in Bolivien haben mich fasziniert", erinnert sie sich an ihren ersten Südamerika-Aufenthalt. Vor allem für die landestypische Musik begeistert sich die 44-Jährige, denn sie vermag "ganz unterschiedliche Gefühle von Freude bis Melancholie auszudrücken".