Berti Adams: Kapitel Landtag ist für mich abgeschlossen
Trier · Der ehemalige Trierer Landtagsabgeordnete Berti Adams gibt sich geschlagen: Er hat sich mit dem Ausscheiden aus dem Landtag abgefunden. Auch an seinem Abschied aus der Trierer Stadtpolitik hält er fest.
Trier. Selbstständiger Metzger statt CDU-Landtagsabgeordneter: Für Berti Adams wird sich an dieser Lebensperspektive nichts mehr ändern. Eine Klage gegen die Entscheidung des Landtagswahl-Prüfungsauschusses werde es von ihm nicht geben, sagte Adams dem TV. Am 21. Juni hatte der Ausschuss entschieden, dass es keine Neuauszählung der Stimmen im Mainzer Landtagswahlbezirk 2 geben wird.
"Reinste Paragrafenreiterei"
Die hatte unter anderem Adams beantragt, weil es eine Panne bei der Auszählung gegeben hatte (siehe Extra). Die 28-seitige Begründung des Ausschusses liege ihm nun vor, berichtete Adams, der zurzeit Urlaub auf Mallorca macht, dem TV. Sie sei teils "obskur", teils reinste "Paragrafenreiterei". Dennoch sehe er von der möglichen Klage ab. "Ich habe mit dem Kapitel Landtag abgeschlossen."
Mehr oder weniger abgeschlossen hat der Metzgermeister auch mit seinem kommunalpolitischen Engagement. Er werde im Stadtrat bis zum Ende der Legislaturperiode mitarbeiten, vor allem für seinen Heimatstadtteil Ehrang. Danach aber sei Schluss, bekräftigte Adams seine Entscheidung, die er unmittelbar nach der Wahl gefällt hatte. Er trete definitiv nicht mehr an.
Bei der letzten Kommunalwahl hatte er das beste Stimmenergebnis aller Gewählten eingefahren. Er hatte dem Stadtrat seit 1989 angehört, seit 1993 war er Fraktionsvorsitzender.
Ungünstiger Listenplatz
In den Landtag war Adams im März 2009 als Nachrücker für den ehemaligen Trierer CDU-Landesvorsitzenden Christoph Böhr eingezogen. Dass die CDU Trier nun erstmals seit Jahrzehnten keinen Landtagsabgeordneten mehr stellt, lag auch daran, dass Adams bei der parteiinternen Listenaufstellung gegen den länger im Landtag vertretenen Konzer CDU-Mann Bernd Henter den Kürzeren gezogen hatte. Henter landete auf einem sicheren Listenplatz, den er - im Nachhinein betrachtet - angesichts des Wahlergebnisses gar nicht gebraucht hätte. Er gewann das Direktmandat knapp gegen SPD-Vertreter Alfons Maximini.
Den Fraktionsvorsitz im Stadtrat hatte Adams unmittelbar nach der Landtagswahl wegen des verlorenen CDU-Mandats aufgegeben. Sein Nachfolger ist der Notar Ulrich Dempfle. mic
Am Abend der Landtagswahl am 27. März 2011 rutschte Berti Adams über den letzten Platz auf der CDU-Landesliste als 41. Christdemokrat in den Landtag, denn Bildungsministerin Doris Ahnen gewann den Wahlkreis Mainz II mit 19 Stimmen Abstand vor CDU-Mann Wolfgang Reichel. Doch einen Tag später tauchte eine vergessene Kiste mit Briefwahlbögen auf, und deren nachträgliche Auszählung kehrte das Ergebnis um: Jetzt war Christdemokrat Reichel mit 13 Stimmen Vorsprung der knappe Sieger des Direktmandats. Dadurch fiel der Listenplatz von Adams weg. Neben der Panne mit den Briefwahlbögen hatte auch ein Wahllokal zu spät geöffnet, so dass einige Wähler unverrichteter Dinge wieder nach Hause gingen. Der Wahlprüfungsausschuss hielt die Pannen aber nicht für entscheidend für den Wahlausgang. mic