Beschauliche Welt im Miniformat

Für Jürgen Maes beginnt bereits im Oktober die Weihnachtszeit. Dann hämmert und schnitzt, klebt und bemalt er seine Weihnachtskrippen, und das schon seit zehn Jahren. Im Moment ist Hochzeit beim Krippenbauen.

 Ein echtes Naturtalent: Jürgen Maes ist kein gelernter Handwerker, doch er baut tolle Weihnachtskrippen. TV-Foto: Dietmar Scherf

Ein echtes Naturtalent: Jürgen Maes ist kein gelernter Handwerker, doch er baut tolle Weihnachtskrippen. TV-Foto: Dietmar Scherf

Trier-Ruwer. In seiner Hobbyschreinerei - Maes hat ihr den Namen "Zum Holzwurm" gegeben - lässt er sich mit Duftkerzen und weihnachtlicher Musik inspirieren. Mit sehr viel Liebe zum Detail entstehen seine Weihnachtskrippen, die kein Fachmann akribischer bauen könnte. So sind denn auch zum Beispiel auf dem kleinen Tisch im Anbau neben der Krippe der Mini-Holzhobel, die maßstabgetreue Axt oder die Sense zu sehen.

"Wenn ich die Grundplatte modelliert habe, beginne ich die vielen Kleinteile aus Holz zu schnitzen", sagt der gelernte Groß- und Einzelhandelskaufmann. Die winzigen Alltags-Gegenstände, die er für die Krippen nachbaut, sind für ihn "das Salz in der Suppe".

Der 52-Jährige weist besonders auf die Feuerstellen oder die von Hand geschnitzten und einzeln aufgeklebten Schindeln hin. Von der Bastelleidenschaft haben inzwischen neben Bekannten und Verwandten auch mehrere Vereine von Trier-Ruwer profitiert. Ihnen hat er jeweils eine Krippe geschenkt. Die Vereine verlosten sie bei einer Tombola. Der Amateurmusiker - er spielte rund 20 Jahre auch mit seiner Frau Lotti in verschiedenen Bands - begann vor zehn Jahren mit Holz zu arbeiten. "Das handwerkliche Können habe ich von meinem mittlerweile gestorbenen Schwiegervater Helmut Zeltinger gelernt", erzählt Maes. Seine Frau Lotti schwärmt: "Inzwischen hat er in seiner Hobbywerkstatt sogar perfekte Einbauküchen errichtet."

Für sie ist es erstaunlich, "wie sich riesige, unbearbeitete Holzbalken in nur wenigen Wochen in funktionsfähige Küchen verwandeln". Der Hobbyhandwerker erinnert sich: "Nach dem Bau der ersten Küche war noch genug Holz übrig, und da kam mir die Idee mit den Krippen." Daneben baut er auch seine "Schnapsdrosseln", die ihm regelrecht aus den Händen gerissen werden. Das sind hölzerne Vogelhäuschen, die eine Flasche Schnaps und zwei passende Gläser verbergen.

Maes ist bekennender Andalusien-Fan und hat seinen Garten, die Terrasse und die Hausrückseite dem spanischen Baustil angepasst. "Alles habe ich nach Fotos selbst entworfen und gebaut." Nur mit der Elektrik kennt er sich nicht so aus. Vor Jahren bekam er einen 380 Volt-Stromschlag.

Maes lacht verschmitzt: "Das war nicht so angenehm." Für die Monate nach Weihnachten hat er einen neuen Plan: Er baut seiner Frau einen eigenen Musikraum, in dem sie ungestört proben kann.