Beste Behandlung für alte Menschen

Beste Behandlung für alte Menschen

Das Evangelische Elisabethkrankenhaus befindet sich im Umbruch, seit es sich mit dem Marienkrankenhaus Trier-Ehrang zum Ökumenischen Verbundkrankenhaus Trier (ÖVK) zusammengeschlossen hat. Die Eröffnung der neuen Fachabteilung für Geriatrie (Altersmedizin) soll ein Meilenstein für die Zukunft sein.

Trier. Die Arbeit mit alten Menschen kann viel Spaß machen. Wer dafür einen Beweis braucht, sollte sich mit Frederike Schwennlein unterhalten. Die Beschäftigungstherapeutin im Elisabethkrankenhaus Trier (EKT) sprüht vor Begeisterung: "Mit Musik öffnen sich auch Menschen, die sonst wegen ihrer Demenz in einer eigenen Welt leben. Wir erleben dann sehr schöne Momente."
Die tägliche Kaffeestunde im Therapiegemeinschaftsraum des Demenzbereichs der neuen Geriatrieabteilung ist ein wichtiges Ritual für die betagten, altersdementen Patienten, die zusätzlich zu ihren chronischen Gebrechen wegen einer akuten Erkrankung stationär behandelt werden müssen. Sieben von insgesamt 65 Planbetten der Abteilung Geriatrie stehen dafür im Verbundkrankenhaus derzeit zur Verfügung, wie ÖVK-Geschäftsführer Achim Schütz erläutert.
2,8 Millionen Euro investiert


Die für 2,8 Millionen Euro umgebaute Station auf der dritten Etage des Elisabethkrankenhauses hält insgesamt 40 Planbetten vor. 2,2 Millionen Euro steuerte das Land bei. Sie wird heute mit einer Feierstunde offiziell eingeweiht. Es ist die erste Akutabteilung für Altersmedizin in der Region. Lediglich im Brüderkrankenhaus gibt es im Bereich Neurologie bereits ein spezielles geriatrisches Behandlungsangebot.
"Die Geriatrie und die Abteilung für plastische Chirurgie sind für die Zukunft unseres Verbundkrankenhauses zwei ausgesprochen wichtige Abteilungen", sagt ÖVK-Geschäftsführer Achim Schütz. Denn angesichts der demografischen Entwicklung werde die Altersmedizin immer wichtiger. "Schon jetzt muss eigentlich jeder dritte Patient in einem Krankenhaus geriatrisch therapiert werden."
Konkret bedeutet das nicht nur die Behandlung einer akuten, sondern gleichzeitig mehrerer chronischer Erkrankungen. Im Durchschnitt bleiben die betagten Patienten deshalb 14 Tage in stationärer Behandlung. Zum Vergleich: Fünf bis sechs Tage ist die Aufenthaltsdauer durchschnittlich auf "normalen" Akutabteilungen. Die neue Station ist besonders den Bedürfnissen älterer Menschen angepasst: Für eine bessere Orientierung sind Flure und Zimmer farblich gekennzeichnet. Die Zweibettzimmer und das dazugehörige Bad sind barrierefrei und bieten besonders viel Bewegungsraum für Patienten und Pflege. Untersuchungsräume sowie die Räume für Physiotherapie, Sprachschulung und Ergotherapie befinden sich auf einer Etage. Nach einem ähnlichen Konzept soll auch ein Obergeschoss im Marienkrankenhaus Ehrang umgebaut werden. Dort sind 25 Planbetten für Geriatrie vorgesehen.
Frühzeitig zur Reha


In Ehrang befinden sich nach der Neustrukturierung der beiden Häuser zudem der Zentral-OP und die Intensivstation. Dort werden insbesondere die Patienten mit alterbedingten Knochenbrüchen behandelt. Ziel ist es dabei, die betagten Menschen frühzeitig in eine altersentsprechende Rehabilitation überzuleiten, um ihnen nach schweren Verletzungen und Operationen wieder möglichst rasch ein selbstständiges Leben zu ermöglichen.
"Die Akutbehandlung geriatrischer Patienten bringt wenig, wenn keine entsprechende Anschlussbehandlung stattfindet", sagt Schütz, "deshalb muss die enge Zusammenarbeit mit der Geriatrischen Rehaklinik St. Irminen zum Standard werden."
Für schwer altersdemente und oft orientierungslose Patienten ist die Rückkehr in ein selbstständiges Leben leider ein unrealistisches Ziel. Wie wichtig und gewinnbringend der liebevolle und geduldige Umgang für diese Menschen dennoch ist, erleben Beschäftigungstherapeuten Frederike Schwennlein und die ehrenamtlichen Helferinnen des Demenzzentrums an jedem Tag. "Wir singen, lesen vor und hören zu. Was wir dabei gemeinsam erleben, ist immer wieder schön und immer wieder anders."
Extra

Das Ökumenische Verbundkrankenhaus verfügt derzeit über 353 Planbetten. 550 Menschen sind an den Standorten Elisabethkrankenhaus und Marienkrankenhaus beschäftigt. Folgende Leistungen werden dort angeboten: Elisabethkrankenhaus: Ambulantes Operationszentrum für die Bereiche Augenheilkunde, Allgemein- und Bauchchirurgie, Unfall- und orthopädische Chirurgie sowie plastische/ästhetische Chirurgie und Handchirurgie; Fachabteilung innere Medizin mit Schwerpunkt Kardiologie; Fachabteilung Geriatrie mit integrierter Demenzstation; Kurzzeitpflege; Gynäkologie/Geburtshilfe stationär und ambulant); Notaufnahme. Marienkrankenhaus: Fachabteilung für Allgemein- und Bauchchirurgie (ambulant und stationär); Fachabteilung für Unfallchirurgie und orthopädische Chirurgie (ambulant und stationär); Fachabteilung für plastische und ästhetische Chirurgie, Wiederherstell ungs chirurgie sowie Hand chirurgie (ambulant und stationär); Fachabteilung für innere Medizin mit Schwerpunkt Gastroenterologie (ambulant und stationär); Geriatrie (stationär); Fachabteilung für Gynäkologie und Geburtshilfe (ambulant und stationär); Fachabteilung Anästhesie und Intensivmedizin; Belegabteilung für Hals-Nasen-Ohrenheilkunde (ambulant und stationär); Notaufnahme. r.n.Extra

Geriatrie ist die medizinische Spezialdisziplin, die sich mit den körperlichen, geistigen, funktionalen und sozialen Aspekten in der Versorgung von akuten und chronischen Krankheiten, der Rehabilitation und Prävention alter Patientinnen und Patienten sowie deren spezieller Situation am Lebensende befasst. Diese Patientengruppe weist einen hohen Grad an Gebrechlichkeit und Multimorbidität (Mehrfacherkrankungen) auf und erfordert einen ganzheitlichen Ansatz. Im Alter können sich Krankheiten mit einem veränderten Erscheinungsbild präsentieren und sind daher häufig schwer zu diagnostizieren. Therapieerfolge treten verzögert ein. In der Regel besteht zusätzlich ein Bedarf an sozialer Unterstützung. Geriatrie umfasst daher nicht nur organorientierte Medizin, sondern bietet zusätzlich Behandlung im interdisziplinären Team, welche den funktionellen Status und die Lebensqualität des älteren Patienten verbessert und seine Autonomie fördert. Die Mehrzahl der Patienten, die von geriatrischer Medizin profitiert, gehört der Altersgruppe der über 80-Jährigen an. red (Quelle: <%LINK auto="true" href="http://www.dggeriatrie.de" class="more" text="www.dggeriatrie.de"%> )

Mehr von Volksfreund