Besuch aus Nagaoka

TRIER. Kein ideales Wetter für die Sayonara-Party des Euro-Sportjugendcamps im Südbad: Es ist kühl und regnerisch. Die etwa 130 Jugendlichen aus aller Welt stört das nicht; einige gehen schwimmen, der Rest unterhält sich, lacht und tanzt.

"Die Woche war richtig toll", schwärmt Betreuerin Stella Link von der Sportjugend Rheinland-Pfalz. Gemeinsam mit ihren beiden Kollegen und den Jugendlichen aus Trier, Weimar, Frankreich, Luxemburg, Holland, Kroatien, Japan und Israel übernachtete sie seit dem 5. August in der Toni-Chorus-Sporthalle des Postsportvereins: In Trier fand das neunte Euro-Sportjugendcamp statt. Camp-Leiterin Juliette Willinger-Rass schlief in einem Nebenraum. "Ich war ganz froh darum", gesteht sie lächelnd. Stella Link lacht. "Beim Aufwachen hörte man ‚guten Morgen' in ganz vielen Sprachen. Die Jugendlichen brachten sich gegenseitig bei, wie man in ihrer Sprache ‚ja' und ‚nein' sagt." Innerhalb kürzester Zeit entstanden bunt gemischte Grüppchen, man unterhielt sich mit Händen und Füßen. Einer der Höhepunkte der Woche: Die Jugendlichen stellten Lieder und Tänze aus ihrem Land vor - alle machten begeistert mit. "In Luxemburg wurde uns gestern ein super Programm geboten", berichtet Johann Aubart vom "Trierer Stadtlauf e.V.", der das Camp ausrichtet. "Morgens wurde Sport gemacht, dann hatten wir einen Empfang im Rathaus und eine Stadtrundfahrt." Die Woche verlief weitgehend problemlos; vielen Jugendlichen hat es so viel Spaß gemacht, dass sie gerne im nächsten Jahr wiederkommen möchten. Im dritten Jahr sei er bereits dabei, berichtet Pascal van Gemert. "Ich mag es hier sehr, man trifft so viele Kulturen. Wir sind eine glückliche Familie!" Er spielte Beach-Volleyball, Fußball, Hockey. Besonders gut gefiel ihm die Rallye. Auch die dreizehnjährige Nina Premasunac aus Kroatien möchte gerne wiederkommen. "Schade, dass wir nicht noch länger bleiben können." Sie lächelt zu ihren japanischen Freunden hinüber. Was Ryosuke Shimizu (17) aus Nagaoka am besten gefiel? "Trier City", strahlt er. "Hier ist vieles alt, in Japan ist alles so modern. Und die Leute sind nett hier." Er fand viele Freunde, aus Deutschland, Frankreich, Israel. "Japan ist eine Insel, da trifft man nicht so leicht andere Leute", ergänzt er lächelnd. Mio Aoki (24) dolmetscht. Auch sie stammt aus Nagaoka, lebt seit zwei Jahren in Trier. In Japan studierte sie Germanistik; sie spricht perfekt Deutsch. Unter lautem Johlen und Klatschen der Jugendlichen empfangen alle Betreuer eine Flasche Rieslingsekt. "Wir wollen Trier zur Stadt einer Jugendbegegnung machen", sagt Sportdezernent Georg Bernarding. "Vielleicht wird es in Zukunft einen zweiten Termin geben, an Ostern oder im Herbst."

Mehr von Volksfreund