Besucher im Mattheiser Wald werden gezählt

Naturschutz : Besucher im Mattheiser Wald werden gezählt

Stadtverwaltung will genaue Daten über die Frequenz in dem Naturschutzgebiet ermitteln, um eine Lenkungskonzept zu erarbeiten.

Zum Schutz und zur Weiterentwicklung des Mattheiser Waldes will die Stadt Trier bis Jahresende einen Pflegeplan aufstellen. Wichtiger Bestandteil ist dabei ein Besucherlenkungskonzept. Hierfür werden genaue Infos über die Besucher benötigt, die es aber noch nicht gibt. Wie intensiv wird der Wald besucht und mit welchen Interessen kommen die Nutzer wie oft? Während der Vorbereitung der geplanten Wohngebiete Brubacher Hof und Castelnau II hat sich nach Einschätzung des Stadtplanungsamts bestätigt, dass es nicht nur wichtig ist zu erfahren, wie viele Besucher der Mattheiser Wald hat, sondern auch, wie sie ihn nutzen. Die meisten verhalten sich rücksichtsvoll. Außerhalb des offiziellen Wegenetzes gibt es aber auch wilde Trampel- und Reitpfade oder versteckte Mountainbike-Parcours. Je mehr aber die Natur gestört wird, desto schwieriger ist es, den Wald im bisherigen Umfang für alle Besucher offen zu halten.

Um ein genaues Bild der Waldnutzung zu bekommen, läuft bis Jahresende eine Besuchererhebung. An mehreren Tagen stehen an allen wichtigen Zugängen zum Mattheiser Wald Beauftragte der Stadt. Sie zählen alle in und aus dem Wald kommenden Besucher und bitten um Teilnahme an einer kurzen Befragung.

An zwei der am stärksten genutzten Haupteingänge wurden zudem elektronische Geräte aufgestellt. Sie sollen die Daten der Zählteams bestätigen. In den letzten Wochen wurde mehrfach versucht, die Zählgeräte zu manipulieren und zu beschädigen. Sollten sie dauerhaft ausfallen, schadet dies vor allem dem Naturschutz im Mattheiser Wald. Ähnliche Zählungen fanden bereits in anderen Bundesländern statt. In Rheinland-Pfalz ist der Mattheiser Wald aber das erste Gebiet, in dem für Naturschutzgebiete die Zahl der Besucher und ihre Interessen so umfassend ermittelt werden. Auf der Grundlage der nun erhobenen Daten kann das Konzept zur Besucherlenkung abgeschlossen werden und dann die Umsetzung beginnen. Da es sich somit um ein Projekt zur Verbesserung des Naturschutzes handelt, begrüßen die Forstämter, die Oberen Naturschutzbehörden und das Bundesamt für Naturschutz ausdrücklich die Besuchererfassung.

Durch das Besucherlenkungskonzept sollen die Interessen der Besucher mit den Zielen des Naturschutzes abgestimmt werden. Der Wald soll über viele abwechslungsreiche und gut benutzbare Wege frei erlebbar bleiben. Gleichzeitig sollen die Wegeführung, die Beschilderung und die Besucherinformation so verbessert werden, dass möglichst große, ungestörte Waldbereiche für die sensiblen Pflanzen und Tiere entstehen.

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