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Betrüger täuschen Notsituation an Tankstellen in Luxemburg vor

Kriminalität : Betrüger täuschen Notsituation an Tankstellen vor

Die luxemburgische Polizei meldet eine neue Betrugsmasche: Unbekannte verwickeln Autofahrer an Tankstellen in ein Gespräch über einen angeblichen Überfall auf sie und bitten um Geld. In Deutschland haben die Ermittler derartige Fälle noch nicht registriert.

Die mutmaßlichen Täter stellen sich als Opfer dar. Sie erzählen den unbedarften Autofahrern, die Rast machen, einkaufen oder tanken wollen, dass sie überfallen worden seien. Meist führten die Täter die Gespräche in englischer Sprache, heißt es in einer entsprechenden Pressemeldung der Polizei. „Im Anschluss wird Geld gefordert, um Tanken und Tickets für eine Rückreise zahlen zu können.“ Als vermeintliche Garantie gäben die Täter persönliche Daten, Telefonnummer oder sogar eine Kontonummer an mit dem Versprechen, dass sie das ausgehändigte Geld schnellstmöglich zurückzahlen würden. Was sie nicht tun.

Bei den Opfern handelt es sich laut der luxemburgischen Polizei oft um Menschen auf der Durchreise. Der Trickbetrug werde meist erst zu einem späteren Zeitpunkt erkannt, und die Polizei erhalte in den wenigsten Fällen Kenntnis von den Fällen.

Als Tatort gibt die Polizei Raststätten entlang der Mosel an. Auf Nachfrage des TV, ob die Polizei ihre Angaben präzisieren könne, sagt eine Sprecherin der luxemburgischen Polizei, dass die Fälle statistisch in die allgemeine Rubrik Betrug einflössen. „Wir können Ihnen daher keine genaue Zahl nennen“, erklärt sie weiter. Weil die Betrogenen lediglich auf der Durchreise seien, merkten sie den Betrug meist zu spät. Das erschwere eine genaue Zahlenangabe zu diesem Phänomen.

In der Region Trier gab es solche Fälle noch nicht. „Diese Vorgehensweise ist hier bislang nicht bekannt“, sagt Marc Fleischmann, Pressesprecher des Polizeipräsidiums Trier auf TV-Anfrage. „Ob Meldungen von in Luxemburg betroffenen Personen auf den Dienststellen eingegangen seien, lasse sich nicht recherchieren, weil die Anzeigenden in der Regel sofort an die luxemburgischen Kollegen verwiesen würden.

„Allgemein ist jedoch das Vorgeben einer Notlage und das Ausnutzen der Hilfsbereitschaft der Bürger eine gängige Vorgehensweise von Betrügern“, führt Fleischmann weiter aus. „Wir raten daher zu einem gesunden Misstrauen in solchen Situationen und warnen explizit vor der Herausgabe der eigenen Bankdaten oder anderer personenbezogener Daten zur angeblichen Rückzahlung eines geliehenen Geldbetrages.“

Betroffene – das betonen die Beamten auf beiden Seiten der Grenze – sollten sich bei der Polizei melden.

Neu ist diese Art des Betrugs nicht. So gab es die Masche schon in den 1990er Jahren – unter anderem in den USA.