Verkehrssicherheit Fahrradsimulator und Freigetränke: Polizei informiert über Risiken von Alkohol am Steuer
Trier · Mit dem Fahrrad betrunken nach der Party zurück nach Hause? Ist ja nicht so schlimm, oder? Dass das nicht der Fall ist, dafür hat die Polizei Trier bei einem Aktionstag junge Leute sensibilisieren wollen.
Am Freitag hat die Polizei gemeinsam mit dem Betreiber des Moselstrandes und der Bitburger Brauerei eine Aktion gegen Alkohol und Drogen am Steuer an der Moselperle gemacht. Von links: Alexander Brittnacher, Thomas Borsch, Gerd Müller, Sarah Wallerius, Isabelle Groß de García, Jürgen Frohn.
Foto: TV/Katharina RingsWissen Sie, wer BOB ist? Nein? Wahrscheinlich waren Sie aber schon einmal einer. Die Bezeichnung steht für den Autofahrer, der keinen Alkohol trinken darf – zum Beispiel, wenn er seine Freunde nach einer Party nach Hause fährt. Für diesen Einsatz wurden alle „BOBs“ am Freitagnachmittag am Moselstrand belohnt. Bei dem Infostand der Polizei Trier konnten sich die Fahrer einen Gutschein für ein alkoholfreies Getränk bei der Moselperle abholen. Die Polizei stand bei der Aktion mit Infomaterial, einem Fahrradsimulator und persönlichen Beratungsgesprächen bereit.
Das Ziel: Junge Leute über die Folgen von Alkohol am Steuer und andere Fahrsicherheitsthemen aufklären. „Wir wollen die Rücksichtnahme und Solidarität im Straßenverkehr stärken!“, sagt Sarah Wallerius vom Zentrum Polizeiliche Prävention Trier. Das „BOB“-Projekt gebe es schon seit 2009 in Trier, erklärt sie. Ursprünglich ging es dabei ausschließlich um Alkoholprävention, aber über die Zeit seien mehr Themen dazugekommen, um sich an die aktuellen Bedürfnisse anzupassen. „Immer mehr Menschen sind mit dem Fahrrad unterwegs. Deswegen ist es uns wichtig, auch darüber zu informieren“, so Wallerius.
Zwar würden immer mehr junge Menschen darauf achten, keinen Alkohol beim Autofahren zu trinken. Beim Fahrrad werde das oft nicht so ernst genommen: „Auch hier können Unfälle passieren und ernste Konsequenzen folgen.“ Am Freitag lag der Fokus deshalb auf der Fahrradsicherheit. Auf dem Fahrradsimulator konnten Interessierte ihre Bremsreaktion testen. Außerdem beriet die Polizei zu sicheren Fahrradschlössern.
Die Aktion fand in der Moselperle statt, um möglichst viele junge Leute anzusprechen. Besitzer Alexander Brittnacher erklärt, warum es ihm wichtig war, die Veranstaltung zu unterstützen: „Als Gastronomiebetrieb leben wir zu einem großen Teil vom Ausschank von Alkohol. Dabei wollen wir aber nicht dazu beitragen, dass Unfälle durch betrunkene Fahrer passieren. Deswegen halten wird uns sehr genau an die Regeln für den Ausschank.“
Trotzdem sei der Umgang mit Alkohol im Straßenverkehr vielfach ein Problem. „Mit den Grenzen wird oft gespielt.“ Deswegen seien Aktionen wie die der Polizei nach wie vor wichtig.
So hat es den Besuchern gefallen:
Christin Wilhelm, 29, Sankt Wendel:
Ich finde die Aktion super! Es ist sehr sinnvoll, darauf aufmerksam zu machen. Von meinen Freunden würde zum Glück niemand mit Alkohol Auto fahren. Dann nehmen wir lieber ein Taxi.
Horst Fus, 59, Marburg: Eine gute Aktion! Wir trinken seit ungefähr drei Jahren keinen Alkohol mehr – damit stößt man leider oft auf wenig Toleranz. In unserem Umfeld wird ganz gerne getrunken, manchmal dann auch, obwohl man noch fahren muss.
Wiebke Bäumer, 32, Trier: So etwas könnte es öfter geben! Gerade beim Fahrradfahren denken viele nicht daran, dass man auch auf dem Fahrrad keinen Alkohol getrunken haben sollte. Ich bin in der Stillzeit und trinke deswegen gerade nichts. In meinem Umfeld wird eigentlich sehr strikt aufgepasst, was das Fahren mit Alkohol angeht.