Bier und Benefiz: Trier-Kürenzer Traditionskneipe lebt weiter - 40-stündige Spendenaktion am 16. September

Bier und Benefiz: Trier-Kürenzer Traditionskneipe lebt weiter - 40-stündige Spendenaktion am 16. September

Seit Anfang des Jahres führt Ralf Gerten das Gasthaus Ternes in Alt-Kürenz weiter. Damit hat sich der 45-Jährige einen Traum erfüllt. Ab dem 16. September organisiert er nun eine Benefizaktion für den Förderverein krebskranker Kinder.

Trier. "Das Bier schmeckt hier einfach am besten." Ein schöneres Kompliment kann ein Gastwirt wohl kaum bekommen. Wolfgang aus Mertesdorf ist Stammgast im Gasthaus Ternes in Alt-Kürenz und dieser Meinung. Er genießt dort die Zeit in geselliger Runde.

Seit Februar 2016 hat Ralf Gerten das Traditionshaus Ternes in der Domänenstraße übernommen. "Ich habe schon einige Jahre in befreundeten Gasthäusern gearbeitet. Hierbei habe ich meinen Spaß am engen Kundenkontakt gefunden. Seit 15 Jahren ist der Traum von der eigenen Kneipe gewachsen. Nun habe ich ihn mir erfüllt."

Die ehemaligen Gastwirte Marita und Dieter Maier haben aus Altersgründen aufgehört, wie Gerten erzählt. Offiziell nach einem Nachfolger suchen brauchten sie aber nicht: "Ich kannte die Maiers über meinen Hauptberuf im Steuerbüro. Dabei hörte ich, dass die beiden aufhören wollten. Ich bat sie, bei der Übernahme an mich zu denken."
Gerten, der in der Trierer Innenstadt wohnt, sieht in seiner Rolle als Gastwirt den perfekten Ausgleich zu seinem Bürojob. Vier Tage die Woche arbeite der 45-Jährige am Schreibtisch und bediene anschließend ab 19 Uhr seine Gäste. Woher er die Kraft nimmt? "Keine Ahnung. Vielleicht liegt es an der Freude als Wirt. Ich identifiziere mich mit meiner Kneipe", antwortet er.

Am Aussehen der Kneipe hat er nicht viel verändert. Der Schankraum wurde zwar in einem helleren Farbton gestrichen, sonst aber nichts angerührt. Gerten wolle kein Bistro oder keine Shisha-Bar aus dem Gasthaus machen. So urig, wie die Gäste die Kneipe kennen, solle sie auch bleiben.

Bei den Stammgästen in Kürenz kommt der neue, kontaktfreudige Wirt sehr gut an. Für ihn und seine Bedienung Ute sei dies Grundvoraussetzung: "In dem halben Jahr sind schon einige Freundschaften mit unseren Stammgästen entstanden. Sie haben alle positiv auf uns reagiert. Sonst hätte die Übernahme auch keinen Sinn gemacht." Neben der überwiegend älteren, männlichen Kundschaft kommen auch viele Studenten in die Kneipe. Hier knüpfen sie Kontakte und machen ihre ersten Erfahrungen mit dem Trierer Platt.

Ralf Gerten hat sich nun überlegt, wie er mit seinem Gasthaus Gutes tun könne. Als er seine private Spendenquittung vom Förderverein krebskranker Kinder in den Händen hielt, war die Idee geboren: Am Freitag, 16. September, um 10 Uhr öffnet er seine Kneipe durchgängig für 40 Stunden. Bei jedem Einzelgetränk fließen dann 50 Cent an den Förderverein (siehe Extra).

Zusammen mit seiner Bedienung wird Gerten den Dienst alleine stemmen: Ute arbeitet tagsüber, der Chef nachts. Eine besondere Vorbereitung für die Benefizaktion braucht er nicht: "Ich werde sehen, wie es läuft. Wenn Leute um mich herum sind, bin ich hellwach." Gerten hofft darauf, dass viele Gäste kommen, um eine möglichst große Summe spenden zu können. Ein paar Stammgäste hätten schon angekündigt, die 40 Stunden durchmachen zu wollen.Extra

Der Förderverein krebskranker Kinder Trier hat es sich zur Aufgabe gemacht, Familien mit krebskranken Kindern im seelischen und sozialen Bereich zu unterstützen. Die Diagnose Krebs und die anschließende Behandlung würden Betroffene oft stark belasten. So hilft der 1989 gegründete Verein bei der psychologischen Begleitung, bei der Finanzierung von Lernhilfen im Krankenhaus bis hin zur Betreuung der Geschwister. Dies wird alleine durch Spenden ermöglicht. beh Weitere Infos unter: foerderverein-trier.de

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