Bilanz Verbandsgemeinderat Schweich

Bilanz : Hier ist die Welt noch in Ordnung

Am 26. Mai wird der neue Verbandsgemeinderat Schweich gewählt, dessen Mitarbeiter geradezu freundschaftlich miteinander umgehen. Der TV zieht eine Bilanz der vergangenen fünf Jahre und blickt voraus.

Viele Räte nehmen für sich in Anspruch, über die Parteigrenzen hinweg sachorientiert zum Wohl der Allgemeinheit tätig zu sein. Freilich deckt sich diese Selbsteinschätzung nicht immer mit der Wirklichkeit. Egoismen und parteitaktische Überlegungen sind mehr oder weniger auch Teil des politischen Geschäfts.

Wer die Arbeit des Verbandsgemeinderats Schweich in den vergangenen fünf Jahren verfolgt hat, der dürfte in der Tat zu der Einschätzung kommen, es sei vernünftige Sacharbeit über Parteigrenzen hinweg geleistet worden. Die Redebeiträge sind an der Sache orientiert, Beschlüsse werden fast immer einstimmig gefasst.  Ein böses oder gar beleidigendes Wort kommt keinem Ratsmitglied über die Lippen, der Streitfaktor tendiert gegen null.

Im Gremium geht es harmonisch, ja freundschaftlich zu. Daran hat auch Bürgermeisterin Christiane Horsch ihren Anteil. Ihr Wort hat Gewicht, sie ist keine Parteisoldatin, was ihr bei SPD und FWG Pluspunkte einbringt. Ihre stringente, heiter-wohlwollende Sitzungsleitung kommt an.

Zudem gibt es im VG-Rat wenig kontroverse Themenbereiche. Schulen,  Feuerwehren und die Abwasserbeseitigung, alles originäre Zuständigkeiten einer Verbandsgemeinde,  lassen wenig Spielraum zum Streiten. Schließlich handelt es sich hier um Pflichtaufgaben. Dennoch hat sich der VG-Rat Schweich auch dort engagiert, wo er es nicht hätte tun müssen. Die Übergangssporthalle in Schweich ist ein Beispiel aus jüngster Zeit.

Akzente gesetzt hat der Rat bei der Gewässerrenaturierung. Fast jede Gemeinde ist mit einer Maßnahme in der Aktion Blau vertreten. Hier hat die VG den immerhin 90-prozentigen Zuschuss des Landes optimal ausgeschöpft.

Lautlos, aber effektiv haben Rat und Verwaltung Projekte in den Bereichen Wirtschaft und Tourismus vorangetrieben. Erinnert sei hier nur an den Solidarbeitrag für erneuerbare Energien. Mit den Beiträgen, die überwiegend die Gemeinde Mehring als bisher einzige Kommune mit Pachteinnahmen aus Windradstandorten beisteuert, werden in der ganzen VG Maßnahmen zur Förderung des Fremdenverkehrs finanziert.

Ins Stocken geraten sind die zusätzlichen Windkraftpläne der Verbandsgemeinde Schweich. Die Änderung des Flächennutzungsplans Windkraft liegt auf Eis, nachdem der Kreis und auch das Verwaltungsgericht formale Mängel im Verfahren festgestellt haben (der TV berichtete). Nun ist fraglich, was aus den umstrittenen Windrädern wird, die auf den Moselhöhen bei Mehring und Trittenheim geplant sind. Damit wird sich der künftige Verbandsgemeinderat ebenso befassen müssen wie mit einer anderen Hängepartie: dem Bau des integrativen Schulprojekts in der Stadt Schweich.

Verbandsgemeinde und Kreis wollen die Grundschule und die derzeit noch in Trier-Heiligkreuz ansässige Treverer-Förderschule unweit des Ermesgrabens in Schweich als Partnerschulen bauen und betreiben, doch die Umsetzung mit der Schulbehörde ADD und dem Land gestaltete sich viel zeitaufwendiger als erwartet. Nun soll nach den Sommerferien mit dem Hochbau begonnen werden. Die Zeit drängt, denn beide Schulen haben große Raumprobleme. Zudem wurde seit Jahren nicht mehr in die Instandhaltung investiert.

So soll der Haupteingang von Treverer-Schule und Grundschule in Schweich einmal aussehen (Foto links). Im Spätsommer soll mit dem Bau der Schulen in Schweich begonnen werden. Rechts: Ein renaturierter Bachlauf in Leiwen. Foto: Numrich Albrecht Klumpp Architekten, Berlin

Das Integrative Schulzentrum ist nur eines von vielen Projekten, die Bürgermeisterin Christiane Horsch  realisieren möchte: Es gibt einiges, was ich unbedingt zu Ende bringen möchte.” Beispielhaft nennt sie die digitale Verwaltung und den Aktionsplan „Eine Kommune für alle”. Eine weitere Herausforderung sei das Personalproblem, mit dem öffentliche Verwaltungen zunehmend zu kämpfen hätten.