BILDUNG

Zum Bericht "Kinder sammeln grüne Meilen" (TV vom 15. September):

Die Klassenlehrerin unseres Sohnes (Grundschule Trier-Quint) erzählte uns von der Aktion "Kleine Klimaschützer unterwegs", an der sich die Grundschule beteiligen wolle. Kurz gesagt geht es dabei darum, dass die Kinder so viele Wege wie möglich zu Fuß, mit dem Rad oder dem Roller zurücklegen. Also Hauptsache ohne Auto. Für jeden solcher umweltfreundlich zurückgelegten Wege gibt es dann einen Aufkleber, eine sogenannte grüne Kindermeile. Schuldezernentin Angelika Birk nimmt dann am kommenden Freitag die eifrig gesammelten Meilen entgegen, um sie an die UN-Klimakonferenz weiterzureichen. Frau Birk erwartet in diesem Jahr für Trier noch mehr als die 7274 im vergangenen Jahr gesammelten Meilen. Aber wie steht Frau Birk mit ihrem Meilen-Ergebnis für Trier vor der UN da, wenn demnächst die allein durch den Schulweg erworbenen 1000 Meilen der engagierten Kinder der Quinter Grundschule fehlen? Und das Gleiche dürfte ja laut ihren Grundschul-Schließungsplänen für sechs weitere Grundschulen in Trier zutreffen! Meint die Dezernentin, dass die Kinder das verstehen? In diesem Jahr wird in der Schule der Nutzen davon, das Auto stehen zu lassen, für die Umwelt thematisiert. Die Kinder werden sogar von ihrer Bürgermeisterin für ihr Engagement in Sachen Umwelt gelobt. Und demnächst wird den gleichen Kindern von der gleichen Bürgermeisterin genau diese Möglichkeit zum Engagement verwehrt, denn der Schulweg in die neue Grundschule dürfte von den betroffenen Kindern wohl kaum mehr zu Fuß zurückzulegen sein! Wie sollen wir dann unseren Kindern erklären, dass wir durch mehr Verkehr der Umwelt nützen? Christine Döring, Trier-Quint