Bio kriegt den Kaiser-Orden

Ein Prominentenbesuch ist Trier für das kommende Jahr schon gewiss: Am 5. Januar, zur ATK-Gala, wird Showmaster und Fernseh-Koch Alfred Biolek die Stadt besuchen. Dann wird ihm der Kaiser-Augustus-Orden 2013 verliehen.

Trier. Vom Fernsehschirm hat er sich verabschiedet, aber er "talkt" unverdrossen weiter. Zweimal im Monat ist Alfred Biolek als Talkmaster in kleinen Theatern in Düsseldorf und Bonn aktiv - ohne Fernsehkameras. Vor den Kameras ist er bekannt geworden, hat selbst zahlreiche erfolgreiche Shows moderiert ("Bio\'s Bahnhof", "Showbühne", "Mensch Meier"), hat Fernsehformate als Produzent entwickelt ("Am laufenden Band") und mit zahlreichen anderen Promis vor der Kamera gekocht ("alfredissimo"). Ein mediales Multitalent, von dem der Satz überliefert ist: "Ich wollte Priester werden, Zirkusdirektor oder Dirigent. Und ich bin von allem etwas geworden." Auch selbst war "Bio" oft Objekt der Medienberichterstattung, ob wegen seiner ausgefallenen Krawatten oder wegen seines unfreiwilligen Outings als schwul Anfang der 1990er Jahre.
Abschied vom Fernsehschirm


Seit Ende der letzten Koch-Staffel hat er sich vom Bildschirm verabschiedet, jedenfalls von regelmäßigen eigenen Sendungen, und auch von wilden Partys und viel Promi-Wirbel hält der 78-Jährige nicht mehr viel, wie er kürzlich einer Boulevard-Zeitung im Interview verriet. Neben der Talkshow im Theater widmet er sich nun unter anderem der von ihm gegründeten Alfred-Biolek-Stiftung, die Hilfsprojekte in Afrika finanziert.
Die ist auch ein wesentlicher Grund für die Auszeichnung, die ihm die Arbeitsgemeinschaft des Trierer Karnevals (ATK) nun im Januar verleihen wird. Mit dem Kaiser-Augustus-Orden (siehe Extra) wird soziales Engagement von Prominenten gewürdigt. ATK-Präsident Andreas Peters: "Die Entscheidung fiel am Montag in großer Einmütigkeit. Wir würdigen damit das Lebenswerk von Alfred Biolek."
Bei dem 78-Jährigen, der gestern persönlich nicht zu erreichen war, wird sich der Kaiser-Augustus-Orden in eine lange Reihe von Auszeichnungen einreihen.
Zahlreiche Auszeichnungen


Er hat beispielsweise den Adolf Grimme-Preis bekommen, gleich mehrfach die Goldene Kamera, den deutschen Kritikerpreis, den Bambi und das Große Bundesverdienstkreuz.
Die Arbeitsgemeinschaft Trie rer Karneval (ATK) ist der Zusammenschluss von mittlerweile 18 Karnevals-Vereinen in Trier und Umland (seit Montag ist auch der Karnevalsclub Roscheid KCR aufgenommen worden).Extra

Der Kaiser-Augustus-Orden wird zwar von Karnevalisten verliehen, und es ist auch die höchste Auszeichnung, die der Trierer Karneval zu vergeben hat - aber es ist kein Karnevalsorden. Darauf legt ATK-Präsident Andreas Peters großen Wert. Ausgezeichnet wird damit soziales Engagement von Prominenten. Dotiert ist die Auszeichnung mit 5555 Euro für eine soziale Einrichtung nach Wunsch des Preisträgers. 2012 wurde Schauspielerin Mariella Ahrens mit dem Orden ausgezeichnet, 2011 der Koch Horst Lichter. Weitere bekannte Namen auf der Preisträgerliste sind Karl Moik (2008), Dieter Thomas Heck (2005), Fritz Walter (2001), Henry Maske (2000), Hannelore Kohl (1997) und Marie-Luise Marjan (Mutter Beimer, 1995). mic