Biowein, Bach und Seitensprung

Trier-Kürenz · Wohl und Wehe der Domäne Avelsbach liegen dem Ortsbeirat Trier-Kürenz am Herzen. Die jüngste Ratssitzung fand denn auch in der ehemaligen Landesversuchsantalt statt, die vom Sozialwerk DRK als Pächter übernommen wird.

 Die Weinbaudomäne in Kürenz wird zum Gut Avelsbach mit Biowein und Hofladen. TV-Foto: Ludwig Hoff

Die Weinbaudomäne in Kürenz wird zum Gut Avelsbach mit Biowein und Hofladen. TV-Foto: Ludwig Hoff

Foto: Ludwig Hoff (LH) ("TV-Upload Hoff"

Trier-Kürenz. Vor seiner eigentlichen Sitzung erkundete der Kürenzer Ortsbeirat die Wanderpfade rund um die ehemalige staatliche Weinbaudomäne Avelsbach. Die Kommunalpolitiker rund um Ortsteilchef Bernd Michels (CDU) machten sich dabei ein Bild von der kurz vor dem Abschluss stehenden Renaturierung des Aveler Bachs (der TV berichtete).
Überschwängliches Lob gab es dabei für die Verwaltung und den Projektbetreuer Alexander Hamel vom Tiefbauamt. Dass der natürliche Lauf des Baches wiederhergestellt wurde, sei "für die Natur absolut sagenhaft", schwärmte Michels. Für das Projekt erhält die Stadt einen Landeszuschuss von 90 Prozent. Bislang seien 1,4 Millionen Euro ausgegeben worden, berichtete Hamel über die seit 2012 laufenden Arbeiten. Eine offizielle Einweihungsfeier soll es im Spätsommer oder Anfang Herbst geben.
Hamel dankte auch den Anwohnern, die sich sehr hilfsbereit und verständnisvoll gezeigt hätten. Nach Hamels Idee war ein "Bachklassenzimmer" mit Sitzgelegenheiten und natürlichem Steinweg über den Bach entstanden. So sei ein teurer Holzsteg gespart worden. Pate des Klassenzimmers ist die Keune-Grundschule. Manko des Ganzen - für das allerdings keiner der Anwesenden verantwortlich ist: die nicht zu übersehende 110 KVA-Stromleitung.
Der neue Wanderweg um die Domäne soll zum Moselsteig-Seitensprung Weingut Avelsbach erweitert werden. "Der Weg wird auf jeden Fall kommen", versprach Hubert Friedrich, Leiter des Dienstleistungszentrums Ländlicher Raum in Bernkastel-Kues, und nannte als Eröffnungstermin den 1. Mai 2017. Sowohl für den Rat als auch für den Stadtteil selbst habe der Wanderweg mit Schlenker zum Aussichtspunkt Thiels Burg eine "enorme Bedeutung", betonte Ortsvorsteher Michels.
DRK-Geschäftsführer Christian Johann und die Mitarbeiter Volker Emmrich und Winfried Klaes informierten anschließend über das Sozialwerk und stellten das künftige Nutzungskonzept für die Domäne vor. Das "Gut Avelsbach" (möglicher neuer Name, der TV berichtete) werde in der bisherigen Form mit Weinbergen in Kürenz und Olewig erhalten bleiben. Die Kellerei werde in Kürenz sogar gestärkt, denn den Kellereistandort Bernkastel gibt das DRK zugunsten des Gut Avelsbach auf.
Erschließung kostet Geld


Erweitert werde auch der bisherige Weinverkauf an der Domäne durch die gesamte Produktpallette des DRK-Sozialwerks. Das Land hatte zur Auflage gemacht, dass das Weingut Biowein produzieren solle. "Das werden wir in den Griff bekommen", erklärte DRK-Mitarbeiter Johann dazu. Die Pläne für eine Gastronomie steckten dagegen noch in den Kinderschuhen. Insgesamt sei beim Gut an "einen Ort für soziale, kulturelle und berufliche Teilhabe" gedacht. Bis zu 24 Menschen mit Behinderung würden beschäftigt. Als Zufahrt zur Domäne steht nach wie vor nur ein Wirtschaftsweg zur Verfügung. Parken in diesem Anwohner ihre Autos, könnte größeren Weintank-Brummis die Durchfahrt versperrt sein. Beim Ausbau des Wirtschaftswegs inklusive neuem Baugebiet müsste die Straße ausgebaut werden - mit entsprechenden Kosten für die Anlieger.Extra

Kaum Veränderungen ergeben sich beim Ortsteilbudget für 2017/2018: Pro Jahr darf Kürenz über 25 700 Euro verfügen. Die Dachsanierung der Orangerie im Schlosspark schreitet voran: Kommende Woche sollen die Arbeiten ausgeschrieben werden. LH

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