Bis Ende August muss die Kabinenbahn weg

Bis Ende August muss die Kabinenbahn weg

Die Zeit der Trierer Kabinenbahn ist offenbar endgültig abgelaufen. Ihr Eigentümer Peter Schwab aus Bad Dürkheim hat noch fünf Wochen Zeit, die Gebäude und Anlagen in Zurlauben und Pallien komplett abzureißen. Die Stadt hat ihm eine Frist bis zum 31. August gesetzt.

Trier. "Diese Frist wurde mir schriftlich mitgeteilt, aber ich möchte mich im Moment nicht öffentlich dazu äußern", erzählte Peter Schwab gestern dem Volksfreund. "Ruhe ist die erste Bürgerpflicht." Schwabs Versuch, die einzelnen Bestandteile seiner 1967 eröffneten Kabinenbahn über die Auktionsplattform Ebay im Internet zu verkaufen, ist am Wochenende gescheitert (der TV berichtete). Schwab erhielt kein einziges Gebot.
Hochwaldbahn wollte einsteigen


Dennoch hatte eine Gesellschaft aus der Region Interesse daran, die seit zehn Jahren stillstehende Kabinenbahn weiter zu betreiben. Die HEB Hunsrück Eisenbahninfrastruktur GmbH, die zur Unternehmensgruppe Hochwaldbahn gehört, stand mit Peter Schwab in Kontakt. "Falls es gelungen wäre, einen Investor zu finden, der die Bahn wieder auf einen betriebsfähigen Stand bringt, hätten wir gerne die Rolle des Betreibers übernommen", sagte HEB-Betriebsleiter Bernd Andreas Heinrichsmeyer. Die Gesellschaft habe in den vergangenen Jahren immer mal wieder mit Schwab verhandelt. "Seine Vorstellungen lagen allerdings außerhalb unserer finanziellen Möglichkeiten", so Heinrichsmeyer. Die HEB könne nicht die Rolle des Investors übernehmen. "Es würde eine halbe Million Euro kosten, die Bahn flott zu machen. Eine solche Summe können wir nicht tragen."
Schwabs Ansage, die Kabinenbahn "aus Verbitterung über die Stadt" (der TV berichtete) selbst abreißen zu wollen, habe auch das Interesse der HEB beendet. "Wir gehen davon aus, dass sich dieses Thema erledigt hat und jetzt der Abriss ansteht", sagt Heinrichsmeyer. Auch die Stadt Trier geht davon aus. "Der Abbruch und die Demontage der Kabinenbahn mit Berg- und Talstation müssen bis zum 31. August erfolgt sein", erklärt Ralf Frühauf vom Presseamt Trier auf Anfrage des TV. "Wir gehen von einem fristgerechten Abbruch aus." Ob Peter Schwab die Dinge auch so sieht und gewillt ist, in den nächsten fünf Wochen alle Anlagen zu entfernen, verrät er nicht. "Dazu jetzt keinen Kommentar."
Es stellt sich die Frage, ob ein kompletter Abriss in diesem knappen Zeitrahmen überhaupt möglich ist. Allein für die Beseitigung der Transportseile über die Mosel müssen Bahn- und Schiffsverkehr gesperrt werden - solche Unterbrechungen haben normalerweise einen langen Vorlauf. Laut eigenen Angaben hat Schwab das Wasser- und Schifffahrtsamt, die Bahn und das Straßenverkehrsamt informiert.
Die Stadt hat Pläne mit den durch Schwabs Abriss frei werdenden Flächen in Zurlauben und im Weißhauswald. "Die Rahmenvorgaben werden erarbeitet und dem Dezernatsausschuss voraussichtlich Ende des Jahres vorgelegt", sagt Ralf Frühauf. Für die Fläche am Zurlaubener Ufer soll es laut TV-Informationen Interessenten aus Hotellerie und Gastronomie geben.1967: Die Kabinenbahn geht mit einer roten und einer gelben Gondel in Betrieb. 1996: Betreiber Peter Schwab gibt das Restaurant neben der Talstation auf. 2001: Schwab nimmt die Bahn nicht mehr in Betrieb, weil ihm das Defizit, es liegt bei 80 000 Euro, zu groß geworden ist. Einen Käufer findet er nicht. 2004: Zum Neustart der Kabinenbahn kommt es wegen eines tragischen Unfalls während der Vorbereitungen an der Bergstation nicht. Ein Mitarbeiter stürzt ab. 2011: Das Heimfallrecht tritt in Kraft. Die Grundstücke, auf denen die Berg- und Talstation stehen, fallen am 1. Mai an die Stadt Trier zurück. jp/rm.