Bis zu 80 Wohnungen sollen auf dem Klostergelände in Trier-Olewig entstehen. Baubeginn könnte noch 2018 sein. Denkmalpfleger sehen nicht alles positiv.

Stadtentwicklung : Wegen 80 neuen Wohnungen - Konflikt um Klosterkapelle in Trier-Olewig

Bis zu 80 Wohnungen sollen auf dem Klostergelände in Trier-Olewig entstehen. Baubeginn könnte noch in diesem Jahr sein, auch wenn Denkmalpfleger nicht alles positiv sehen.

Ganz so schnell wie bei der Projektvorstellung im Mai 2017 erhofft, geht es zwar nicht. Am Plan, das Kloster Olewig und einen Teil seines Geländes möglichst rasch für den Bau von bis zu 80 Eigentums- und Mietwohnungen zu nutzen, halten die Stadt Trier und der Investor Eifelhaus aber fest. „Der Verkauf durch die Stadt soll nach den Sommerferien erfolgen“, sagt Ernst Mettlach, stellvertretender Sprecher der Stadtverwaltung, auf Anfrage des Trierischen Volksfreunds. Und auch Hermann Schmitz, Kaufmännischer Leiter von Eifelhaus, lässt keine Zweifel aufkommen: „Wir beginnen mit dem Umbau des Klostergebäudes, sobald alle Verträge geschlossen sind.“

An den Eckpunkten für die zukünftige Nutzung hat sich nichts geändert: In den unter Denkmalschutz stehenden und in den vergangenen Jahren weitgehend ungenutzten ehemaligen Klostergebäuden sollen bis zu 28 Wohnungen entstehen. „Auf  eine zweite Ebene im Dachgeschoss verzichten wir allerdings auf Anregung der Denkmalpflege“, sagt Schmitz. Und auch für die zwei geplanten Neubauten, die zwischen Klostergebäude und Riesling-Weinstraße auf dem 22 000 Quadratmeter großen Gelände entstehen sollen, werde es Planänderungen geben.

So wird auf eine Lärmschutzwand verzichtet und auf passiven Lärmschutz gesetzt. Dafür wird die Ausrichtung zumindest eines Teils der insgesamt 50 Wohnungen geändert. Grund ist die Frischwasserleitung für die Innenstadt, die das Gelände am Rande durchschneidet und jeglichen tieferen Eingriff in den Boden verbietet, wie er zum Beispiel für den Bau eines massiven aktiven Lärmschutzes notwendig wäre. Wie groß das Interesse an dem Wohnungsbauprojekt im Herzen des Stadtteils Olewig ist, zeigen die zahlreichen Anmerkungen bei der öffentlichen Auslegung des Bebauungsplans, die am 2. Juli geendet hat. Kritisch geäußert hat sich dabei besonders der Rheinische Verein für Denkmalpflege und Landschaftsschutz, der das Kloster als Denkmal mit Alleinstellungsmerkmal für Olewig bewertet. „Durch die beabsichtigte Ausweisung als Wohngebiet werden die unter Denkmalschutz stehenden Klosterbauten einer über die Ziele der Denkmalpflege hinausgehenden Veränderungen unterworfen“, sagt Vorsitzender Karl-August Heise. Besonders die Kapelle sei für die Identität des Ortes als geschichtlicher und öffentlicher Ort von erheblicher Bedeutung. „Deshalb ist eine Lösung erforderlich, die eine öffentliche Nutzung oder eine öffentliche Zugänglichkeit sicherstellt.“ Hermann Schmitz bringt das nicht aus der Fassung. „Die Nutzung der Kapelle ist für uns noch offen. Wenn ein gewerblicher Nutzer Interesse daran hat, sind wir gesprächsbereit.“

Eine  Bäckerei, ein Café oder ein neues Weinlokal im Herzen Olewigs? Die Stadtverwaltung verweist auf den gesetzlich vorgeschriebenen Verfahrensweg. Alle eingegangenen Anregungen zu dem Bebauungsplan Kloster Olewig werden nun geprüft und abgewägt. Danach entscheidet der Trierer Stadtrat. Geplanter Termin dafür ist die Sitzung am 30. August. „Bereits jetzt können wir sagen, dass die Planung im Vorfeld intensiv mit den Fachbehörden für Denkmalschutz und Archäologie abgestimmt wurde“, verdeutlicht Ernst Mettlach den Stand der Dinge. Der Durchführungsvertrag mit dem Investor werde derzeit vorbereitet und unter anderem Regelungen zur zeitlichen Umsetzung des Projekts enthalten.

Das Modell für die Bebauung auf dem Gelände des Klosters Olewig ist nicht mehr ganz aktuell. Aber zumindest so ähnlich werden die neuen Gebäude aussehen. Foto: Eifelhaus

Sobald der Kaufvertrag unterschrieben ist und alle erforderlichen Genehmigungen vorliegen, will Eifelhaus mit der Realisierung beginnen. Investitionen im zweistelligen Millionenbereich sind dafür notwendig. „Wir könnten auch im Winter bereits in den Gebäuden mit den Arbeiten starten“, macht Hermann Schmitz klar. Es soll so schnell wie möglich losgehen. In der Baustelle am Ortseingang, wo die Wirtz-Gruppe den Bau von zwei Wohn- und Geschäftshäusern mit insgesamt 42 Studentenappartements, neun größeren Wohnungen und fünf Gewerbeeinheiten derzeit im Eiltempo vorantreibt, sieht der Kaufmännische Leiter von Eifelhaus angesichts der angespannten Situation auf dem Trierer Wohnungsmarkt keine Konkurrenz. „Die werden vermutlich bereits alles verkauft haben, wenn wir mit unseren Wohnungen auf den Markt gehen.“

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