Fall aus frühen achtziger Jahren Bistum Trier veröffentlicht weiteren Missbrauchsfall durch Priester

Trier/Bassenheim · Die Aufklärung sexualisierter Gewalt durch Geistliche im Bistum Trier geht weiter. Das Bistum machte am Montag auf Bitten einer betroffenen Person einen Fall aus den frühen 1980er Jahren öffentlich.

Bistum Trier: Missbrauch durch Priester​ in achtziger Jahren
Foto: dpa/Julian Stratenschulte

Das Bistum informierte am Montagabend in einer Mitteilung über den Fall. Nach Kenntnis des Bistums wurde in der damaligen Zeit in der Pfarrei Bassenheim (heute: Pfarrei Heilig Geist Mülheim-Kärlich) über mehrere Jahre sexualisierte Gewalt gegen ein Kind verübt. Täter war nach Bistumsangaben der damalige Pfarrer, Nikolaus Schwerdtfeger, der die Tat gestanden habe. Ein strafrechtlicher Prozess gegen ihn habe nicht zu Ende geführt werden können, da er im Jahr 2000 starb.

Das Bistum will mit der Veröffentlichung mögliche Betroffene ermutigen, sich zu melden. Sie können sich an die Ansprechpartner des Bistums Trier, Ursula Trappe oder Markus van der Vorst (Kontaktdaten hier: Ansprechpersonen Hilfe bei sexualisierter Gewalt (bistum-trier.de)), wenden oder an die Beratungsstelle „Phoenix” der AWO (Phoenix - Beratung gegen sexuelle Ausbeutung von Jungen - AWO Saarland (awo-saarland.de) im Saarland.

Die heute Verantwortlichen in der Pfarrei Heilig Geist Mülheim-Kärlich hat das Bistum ebenso informiert wie das Leitungsteam des Pastoralen Raums (PastR) Andernach. Auch die heute Verantwortlichen an den Stellen, an denen der Priester tätig war, haben Kenntnis von dem Fall erhalten.

Bislang ist dem Bistum Trier eine betroffene Person bekannt, die das Bistum gebeten hat, den Fall öffentlich zu machen. Diese hatte sich bereits Mitte der 1990er Jahre erstmals an das Bistum gewandt; eine kirchenrechtliche Voruntersuchung wurde damals nicht eingeleitet.

„Gemessen am hohen Interesse an einer Aufarbeitung und da der Beschuldigte die Tat eingestanden hat und bereits seit mehr als 20 Jahren verstorben ist, bestehen keine Einschränkungen, der Bitte nach einer Veröffentlichung nachzukommen“, heißt es in der Mitteilung des Bistums.

Menschen, die zwar selbst nicht betroffen waren, aber einen Hinweis zu möglichen weiteren Delikten geben können, bittet das Bistum, sich an die Interventionsbeauftragte des Bistum s Trier, Dr. Katharina Rauchenecker (intervention@bistum-trier.de), zu wenden.

Meistgelesen
Neueste Artikel
Zum Thema
Aus dem Ressort