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Kirchenrechtliches Verfahren
Bistum Trier beurlaubt Diakon

FOTO: Friedemann Vetter
Trier. Das Bistum Trier hat einen Diakon beurlaubt. Gegen ihn wird wegen des Besitzes kinderpornografischer Schriften ermittelt. Auch das Mutterhaus hat sich von dem Diakon getrennt. Von Rolf Seydewitz

Das Bistum Trier hat nach offizieller Mitteilung den Diakon mit sofortiger Wirkung beurlaubt. Ein kirchenrechtliches Verfahren wurde eingeleitet.

Der Mann ist ein sogenannter Diakon mit Zivilberuf. Das bestätigte Bistumssprecherin Judith Rupp auf Anfrage von volksfreund.de.

Nach Informationen von volksfreund.de handelt es sich um den selben Mann, von dem sich das Trierer Mutterhaus getrennt hat. Der Mitarbeiter habe die Klinik von sich aus über die Ermittlungen der Trierer Staatsanwaltschaft informiert, sagte Sprecherin Helga Bohnet. Das Arbeitsverhältnis mit dem Mann sei daraufhin „einvernehmlich beendet“, der Mann sei unverzüglich von seinen Dienstpflichten entbunden und freigestellt worden.

Nach Angaben des Leitenden Trierer Oberstaatsanwalts Peter Fritzen soll der Mann kinderpornografischen Inhalt auf einer Online-Plattform zum Tausch mit anderen Nutzern hochgeladen haben. Der Verdacht beruhe auf Erkenntnissen, die amerikanische Ermittlungsbehörden bei Internetermittlungen gewonnen und an die deutschen Behörden weitergegeben haben. Bereits im Februar sei die Wohnung des Beschuldigten durchsucht und Material beschlagnahmt worden. Die Auswertung dauere an.

Nach Angaben der Sprecherin des Mutterhauses gibt es keine Anhaltspunkte dafür, dass der Mann sich bei der Ausübung seines Berufs strafbar gemacht habe. Ähnlich äußerte sich auch das Bistum. Nach Informationen von volksfreund.de war der Diakon in einer Trierer Pfarrei eingesetzt. Der Familienvater wird als freundlich, unauffällig und beliebt beschrieben.

Einen Hintergrund-Artikel zu dem Thema gibt es hier, ein Interview mit dem Trierer Bischof Stephan Ackermann hier.