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Bistum wertet Autofasten als Erfolg

Trier. Die einen verzichten in der Fastenzeit auf Süßes oder Alkohol. Andere aufs Auto. Dem Bistum Trier zufolge haben sich insgesamt 1500 Menschen an der Aktion Autofasten beteiligt. Obwohl nur 63 "Fastentickets" verkauft wurden, zeigt sich auch der Verkehrsverbund zufrieden.

Trier. Mehr Bewegung; ein besseres Zeitmanagement; Kontakte und Gespräche mit anderen Menschen in Bus und Bahn: Rund 150 Männer und Frauen aus der Region Trier haben dem Bistum zufolge ihre Autos einen Monat lang so oft wie möglich stehen lassen und sind auf Bus, Bahn oder das Fahrrad umgestiegen. "Wir sind sehr zufrieden, es haben sich im gesamten Aktionsraum über 1500 Menschen beteiligt", sagte Gundo Lames, Direktor des Bereichs Ziele und Entwicklung im Bistum Trier. Auch für die Geschäftsführerin des Verkehrsverbunds Region Trier (VRT), Veronika Zänglein, fällt die Bilanz positiv aus: "Unser Angebot wurde gut angenommen." Insgesamt hat der VRT 63 verbilligte Fastentickets verkauft.
Einer, der in diesem Jahr zum ersten Mal bei der Aktion mitgemacht hat, ist Hans-Jürgen Scharke aus Osburg. "Zu 100 Prozent hat es nicht geklappt mit dem Verzicht auf das Auto. Aber bis auf vier Tage, wo ich schwere Dinge transportieren musste, habe ich es wirklich stehen gelassen", schildert er seine Erfahrungen. "Sobald feste Termine an unterschiedlichen Orten bei den Kindern anstanden, ist es etwas hektischer geworden."
"Das Fasten war für mich schon religiös motiviert. Andererseits wollte ich auch einfach weniger Stress auf meinem täglichen Weg zur Arbeit", schildert Alois Perling aus Bausendorf bei Wittlich seine Motivation. Er fahre jetzt jeden Morgen zum Wittlicher Bahnhof - und von dort mit der Bahn nach Trier. "Im Zug kann ich lesen oder mich entspannen. Das steigert meine Lebensqualität."
Das Bistum will künftig die Pfarreien stärker einbeziehen und würde es begrüßen, "wenn sich auch die Kommunen beteiligen". Das Autofasten wird getragen von der katholischen und evangelischen Kirche im Südwesten Deutschlands, von der katholischen Kirche in Luxemburg, von Umweltorganisationen und Verkehrsverbünden. red