Blandine Merten Realschule Trier Ursulinen Stiftung Ulrich Holkenbrink

Schule : So sieht die Zukunft der Blandine-Merten-Realschule aus

Der Orden der Ursulinen wird immer kleiner. Doch für die Schulen in ihrer Trägerschaft, darunter die Blandine-Merten-Realschule Trier, sei auch in Zukunft gesorgt, sagt die Finanzchefin der Gemeinschaft.

Schwester Irmgard Carduck geht ebenso souverän wie locker mit dem schwierigen Thema um. „Wir haben 2012 damit begonnen, ernsthaft darüber nachzudenken, was aus unseren Schulen wird, wenn wir nicht mehr da sind“, sagt die Ordensfrau und Finanzchefin der Gemeinschaft.

Es gibt noch 28 Ursulinen-Schwestern in Deutschland, 23 leben im Konvent in Trier-Heiligkreuz. Junge Frauen haben sich der Gemeinschaft seit Jahrzehnten nicht mehr angeschlossen. Im vergangenen Jahr mussten die Ursulinen ihr Mutterhaus auf dem Calvarienberg in Ahrweiler aufgeben, weil sie laut eigener Aussage das Kloster finanziell und personell nicht weiter betreiben konnten.

Das gilt auch für die fünf Schulen in der Trägerschaft der Ursulinen (siehe Info). Eine davon ist die Blandine-Merten-Realschule in Trier-Heiligkreuz. „Wir sind mittlerweile personell außerstande, die Schulen zu führen“, sagt Schwester Irmgard. Eine Übernahme der Trierer Realschule durch die Kirche so wie im Fall des Angela-Merici-Gymnasiums schließt sie aus, denn „das macht das Bistum schon lange nicht mehr“. Das Bistum hatte die Trägerschaft des Trierer Mädchengymnasiums 1996 auf Wunsch des Ordens übernommen.

Die Ursulinen fanden eine Lösung, die 2013 im Generalkapitel der Kongregation beschlossen wurde. Jede der fünf Schulen wird in die Trägerschaft einer jeweils neu vor Ort zu gründenden Stiftung übertragen. In Trier übernahm die Schulstiftung „Blandine-Merten-Realschule Trier“ zum 1. August die Regie.

„Der Orden hat eine stabile finanzielle Basis“, sagt Schwester Irmgard. Wenn es keine Schwestern und damit auch keinen Orden mehr gibt, wechselt dessen Vermögen in die Stiftungen. „Die Zukunft der Schulen ist gesichert“, sagt die Ordensfrau. „Weder Lehrer noch Eltern noch Schüler müssen sich Sorgen machen. Für sie wird sich nichts ändern.“

Doch eines hat sich schon geändert. Ulrich Holkenbrink (62), seit 2010 Leiter der Blandine-Merten-Realschule, hat diese Position zum Ende des vergangenen Schuljahrs – und damit genau zum Zeitpunkt des Trägerschaftswechsels – niedergelegt und arbeitet seitdem in Teilzeit als Lehrer an einer Trierer Berufsschule.

Ulrich Holkenbrink war viele Jahre ein Leistungsträger der CDU. Er gehörte als Kulturdezernent zum Stadtvorstand und trat 2006 als Kandidat der CDU zur Oberbürgermeisterwahl in Trier an, die er aber gegen den Sozialdemokraten Klaus Jensen verlor. Sein Bruder Georg Holkenbrink ist der Leiter des kirchlichen Gerichts im Bistum Trier.

Das Zusammentreffen von Holkenbrinks beruflichem Wechsel mit dem Neustart der Schule unter der Regie einer Stiftung fällt auf. Holkenbrink nimmt Stellung. „Ich bin aus rein persönlichen Gründen gegangen, um mehr Zeit für die Familie zu haben“, sagt er. „Ich habe in meiner Zeit als Schulleiter ein sehr harmonisches Miteinander gefördert und erlebt und bin auch  herzlich verabschiedet worden.“

Thorsten Schaller ist aktuell Schulleiter in Vertretung und Vorsitzender der neuen Stiftung. Auch er betont, dass sich am schulischen Betrieb nichts ändern wird. „Die Qualität und das Engagement bleiben unverändert hoch, es gibt absolut keine Einschnitte oder andere Änderungen“, sagt er. Die Blandine-Merten-Realschule ist in Trier und dem Landkreis Trier-Saarburg sehr beliebt, mit 96 Neuzugängen im aktuellen Schuljahr waren alle Fünferklassen voll. Insgesamt hat die Schule 35 Lehrkräfte, die 560 Mädchen betreuen.

Die wirtschaftliche Basis habe durch den Wechsel der Trägerschaft nicht im Mindesten an Stabilität verloren, betont Schaller. „Die Grundvoraussetzung einer Genehmigung zur Schulstiftung ist eine seriöse Finanzierung, welche unabhängig von Spenden funktioniert“, betont er. „Außerdem werden wir als staatlich anerkannte Privatschule vom Land refinanziert.“

Eine Frage ist noch offen. Wird die Blandine-Merten-Realschule eine reine Mädchenschule bleiben? Das Angela-Merici-Gymnasium ist noch eine solche, wird aber im kommenden Schuljahr auch eine Jungenklasse einrichten (der TV berichtete). „Die Aufnahme von Jungen ist nicht ausgeschlossen“, sagt Thorsten Schaller. „Wenn der Wusch so stark sein sollte, werden wir uns darüber Gedanken machen.“

Mehr von Volksfreund