Blaulicht, Handschellen und Pistolen

Blaulicht, Handschellen und Pistolen

Großer Andrang bei der Trierer Polizei: Beim Tag der offenen Tür im Rahmen des Landesjubiläums tummelten sich am Samstag mehr als 1000 Besucher, vorwiegend Familien, im Präsidium in der Salvianstraße.

Trier. Spielzeugpistolen hat der dreijährige Noah schon oft gesehen. Eine echte Pistole aber noch nicht. Und so staunt er beinahe ehrfürchtig, als ihm ein Beamter seine Waffe zeigt. "Kann man damit schießen?", fragt Noah. "Ja, damit kann man schießen. Aber das darf man nur im Notfall tun", erklärt ihm der Polizist schmunzelnd.Solche und andere Fragen bekommen die Hüter des Gesetzes den ganzen Tag lang zu hören. Sie antworten nicht nur freundlich und erläutern viel, sondern lassen die Kinder auch einiges ausprobieren. Die Steppkes klettern munter auf das "dicke" Polizei-Motorrad, eine vollverkleidete BMW R 1200 RT, erklimmen das Führerhaus des großen Lastwagens mit den Wasserwerfern oder setzen sich hinter das Steuer der grünen und blauen Autos, darunter ein echter Polizeikäfer aus dem Jahr 1976, der natürlich schon lange außer Dienst gestellt ist. Eifrig wird mit dem Blaulicht hantiert, Durchsagen aus den Lautsprechern schallen über den Innenhof des Präsidiums. Rund um das Taucherbasisfahrzeug tummeln sich die Besucher ebenso wie an der Schießsimulationsanlage der Landespolizeischule. Auf besonderes Interesse stoßen die Vorführungen der Polizei. Die Diensthundesstaffel sowie der Schieß- und Einsatztrainer zeigen ihr Können. So wird etwa demonstriert, wie ein "Spitzbube" festgenommen wird. Der Mann wehrt sich zwar heftig, wird aber natürlich von den Beamten überwältigt.Fingerabdrücke auf einer Urkunde

Im Gebäude geht es nicht minder betriebsam zu. Mit großen Augen werden zum Beispiel die Zellen im Keller bestaunt. Dort "wohnen" kurzfristig normalerweise Menschen, die einen über den Durst getrunken haben und ausfällig geworden sind. "Hier können sie in aller Ruhe wieder nüchtern werden", sagt ein Polizist verschmitzt. Eine beliebte Anlaufstation ist auch das Büro, in dem zwei Beamte bei Kindern und Eltern Fingerabdrücke abnehmen. Damit dieses Erlebnis nicht in Vergessenheit gerät, händigen sie Urkunden aus, die sie zuvor frisch ausgedruckt haben. Jubiläums-Luftballons, selbstgestaltete Buttons, das Kinderschminken und ein Kinderpreisausschreiben zählen ebenfalls zum Angebot.Nicht nur die Kinder, sondern auch die Eltern können bei der Polizei etwas lernen. Wer zum Beispiel immer noch nicht wusste, was im Falle eines Autounfalls mit einem nicht angeschnallten Kind im Fahrzeug passiert, dem wird das eindrucksvoll mit einer Simulationsanlage vorgeführt. Während die angeschnallte Puppe nach dem Aufprall fest im Sitz bleibt, fliegt sie ungesichert mehrere Meter durch die Luft. "Wir freuen uns sehr, dass wir uns und unsere Arbeit den Menschen präsentieren können. Das Angebot wird rege angenommen", sagt Polizei-Pressesprecherin Monika Peters. Auch Polizeipräsident Dr. Manfred Bitter, der selbst für mehrere Stunden im Haus ist und Auskünfte gibt, freut sich über den großen Andrang. Freude beim Polizeipräsidenten

Das größte Lob findet sich freilich im eigens angelegten Gästebuch, in das etwa der achtjährige Jonas schreibt: "Es war hier schön, weil man so viel erleben kann."Lesen Sie einen weiteren Bericht über den Tag der offenen Tür in allen Landesbehörden anlässlich 60 Jahre Rheinland-Pfalz auf Seite 11.