Blick hinter die Kulissen

TRIER. Christian schneidet Berichte beim Offenen Kanal Trier, Steffi organisierte bereits eine Museums-Ausstellung mit: Wie sie lernen viele Studenten während eines Praktikums die Berufswelt kennen.

Erfahrungen sammeln, Kontakte knüpfen, theoretische Kenntnisse anwenden: Dies sind nur einige der Gründe, weshalb Studenten ihre Semesterferien in einem Unternehmen verbringen. "Bei einem Praktikum erhalte ich einen Blick hinter die Kulissen, den Außenstehende so nie bekommen", erzählt Anglistik-Studentin Steffi Blinn. Bei einem Praktikum im Theater erfuhr sie, was sich hinter der Bühne abspielt. Aus der Kameraperspektive nimmt Christian Selzer seine Umgebung wahr. Das dreimonatige Praktikum beim Offenen Kanal Trier nutzt er, um sich über sein Studium klar zu werden: "Ich habe eine Auszeit gebraucht und will nun erst einmal die Praxis kennen lernen." Steffi und Christian sind angehende Geisteswissenschaftler. Für sie sei ein Praktikum besonders wichtig, sagt Franz Josef Mußeleck, Berater im Hochschulteam der Arbeitsagentur. "Sie müssen zeigen, dass sie mit Wirtschaft etwas am Hut haben." Michael Lenjoint, Student der Fremdenverkehrs-Geografie, hat selbst den Weg ins Ausland nicht gescheut. Während seines viermonatigen Praktikums in Paris lernte er die Aufgaben der "Deutschen Zentrale für Tourismus" kennen. "Für mein Berufsfeld ist es wichtig zu wissen, wie im Ausland gearbeitet wird", erzählt Michael. Neben der Erstellung von Broschüren und dem Vorbereiten eines Marketing-Workshops verbesserte er seine Sprachkentnisse. Das EU-Programm Leonardo half bei der Finanzierung seines Aufenthalts. Michael organisierte sein Praktikum selbst. "Studenten können aber auch angeben, ob wir eine Stelle suchen sollen", erklärt Kerstin Teepen vom Leonardo-Kontaktbüro an der Fachhochschule Trier. Was sollten Studenten beachten? "Sagen, was und in welchem Bereich sie arbeiten können", meint Berufsberater Mußeleck durch seinen Kontakt zu Personalchefs. Vor bekannten Unternehmen sollten Interessenten nicht zurückschrecken, meint Steffi Blinn. "Ein guter Tipp ist, eine Bewerbung zu schreiben. Vielleicht wird gerade jemand gebraucht." Kontakte zu knüpfen sei gut, doch nicht allein große Namen spielten im Lebenslauf eine Rolle, erklärt Mußeleck. "Auch ein Praktikum bei mittelständischen Unternehmen ist anerkannt." Eine Broschüre zum Thema ist bei der Transferstelle der Uni Trier erhältlich. Jobbörsen sind im Internet, auf der Seite der Arbeitsagentur und der Praktika-Börse der Region Trier, www.region-trier.de/schrittzwo.