Bloas-Musik in Hochform

TRIER. Wenn die Trierer Mundart-Rocker von der Leiendecker-Bloas eine neue CD veröffentlichen, dann ist das ein rares Ereignis. Die Fans dürfen sich freuen: Am Samstag erscheint mit "Probber, probber" nach fünf Jahren wieder ein neues Album.

Sauwer, Quant, Gammer, Probber: Die CD-Titel bei der Leiendecker-Bloas sind stets Programm. Was den Trierern an Mundartbegriffen für Gelungenes, Löbliches und Erfreuliches zur Verfügung steht, findet sich irgendwann auf dem Cover einer Leiendecker-CD wieder. Erinnerung an wilde Rocker-Tage

"Probber, probber" überrascht gleich beim Titelsong, der den Reigen der zehn Lieder eröffnet, mit ungewohnt fetzigen Tönen. Da hat Gitarrist Joa Rother wohl die Erinnerung an wilde Rocker-Tage gepackt. Ansonsten gibt es die bewährte Bloas-Mischung aus Stimmungsliedern wie "Mir bleiwen hei", traditionellem Rock'n Roll ("Ewabbabelubaelabbämbauf") und schönen Balladen, von denen Helmut Leiendeckers persönlich gefärbtes "Alles gut" besonders im Ohr hängen bleibt - nicht zuletzt dank der stimmungsvollen Akustik-Gitarre des Gastvirtuosen Johnny Weber. Mit "Petrus" ist die Kult-Hymne der letzten Karnevals-Session ebenso vertreten wie "Diamand'n", eine liebevolle Hommage an die moselländische Heimat. "Gromboa Fienschie" ist schon seit längerem ein Hit bei den Bloas-Live-Auftritten, "En unsrer aaler Stadt" steht in der Tradition alter Spott-Kinderlieder. Die Bloas (neben Leiendecker/Rother Manfred Schömer, Bass; Peter May, Keyboard und Martin Herrmann, Schlagzeug) läuft bei ihrer ersten komplett eigenproduzierten CD rundum zu Hochform auf. Getoppt wird die musikalische Leistung fast noch von dem originellen Grafik-Kunstwerk der Cover-Gestaltung. Die Tüftler von H&M-Virtuelle Welten haben die Combo in das Ambiente eines antiken Pantheons "gebeamt", mit den Instrumentalisten als römischen Halbgöttern und Helmut Leiendecker als Putzfrau in Rodin'scher Denker-Pose. Das zugehörige Booklet ist ebenso schick wie die CD selbst - unterm Strich sicher ein teurer Spaß für die Band, aber ein lohnenswerter. Die erste Auflage liegt bei 3000 Exemplaren, wer da nicht zum Zug kommt, hat was verpasst. Für die Präsentation des Werks riskiert die Bloas ihre Gesundheit - und das Publikum kalte Füße: Statt ins warme Kämmerchen begibt sich die Band am morgigen Samstag von 11 Uhr bis zum späten Nachmittag auf den Stockplatz, um, der Witterung trotzend, "Probber, probber" in angemessener Weise dem breiten Publikum vorzustellen und den ersten Kaufrausch zu befriedigen. Ab Montag gibt's die CD im Handel.

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