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Blumen am Trierer Mahnmal erinnern an deportierte Sinti und Roma

Kostenpflichtiger Inhalt: Geschichte : Zeichen der Erinnerung

Der Landesverband der Sinti und Roma hat mit dem Niederlegen von Blumenschmuck der ersten Deportation ganzer Familien am 16. Mai 1940 gedacht – auch an der Gedenkstätte in Trier.

Mehr als 500 000 Sinti und Roma in Europa wurden in der NS-Zeit ermordet. Die im Mai 1940 durchgeführten Deportationen waren die erste Aktion der Nationalsozialisten, bei der Sinti und Roma systematisch und familienweise verschleppt wurden. Die Aktion war damals zugleich ein Test für die Zusammenarbeit von Reichssicherheitshauptamt, Ortspolizei und Reichsbahn und sollte organisatorische Fragen beantworten: Wie waren so viele Menschen zu transportieren und zu überwachen? Leisteten die verhafteten Menschen Widerstand? Wie reagierte die Bevölkerung auf das öffentliche Fortschaffen einer Minderheit?

Insgesamt wurden bei dieser Aktion 2800 Menschen deportiert.

Die Sinti- und Roma-Familien aus Mainz, Ingelheim, Worms, Ludwigshafen und der Pfalz wurden von den Nationalsozialisten in das Sammellager Hohenasperg bei Ludwigsburg in Baden-Württemberg gebracht; die Familien aus den Regionen Koblenz und Trier in ein Sammellager auf dem Kölner Messe-Gelände. In den Sammellagern wurden alle Familienmitglieder nochmals daraufhin untersucht, ob sie der Minderheit angehören. Ihre Ausweispapiere mussten sie abgeben und erhielten dafür einen sogenannten „Zigeunerausweis“.

Wenige Tage später mussten sie in die Züge der Reichsbahn steigen und wurden in die Ghettos und Konzentrationslager in das von den Nationalsozialisten besetzte Polen gebracht.  Folter und Terror der SS, Appelle, schwerste Zwangsarbeit bei völlig unzureichender Ernährung und katastrophale hygienische Bedingungen bestimmten den Alltag in den Ghettos und Konzentrationslagern.

Da an den Gedenkorten in Koblenz, Landau, Ludwigshafen, Mainz, Trier und Worms aufgrund des Versammlungsverbotes wegen der Corona-Pandemie kein gemeinsames Gedenken möglich ist, hat der rheinland-pfälzische Landesverband der Sinti und Roma am vergangenen Samstag, dem  80. Jahrestag der Verbrechen, Blumen an den Gedenkorten niedergelegen, um alle Bürger auf den Jahrestag aufmerksam zu machen. So auch am Gedenkort Bischof-Stein-Platz in Trier.

Weitere Informationen zum Thema erhalten Interessierte beim Verband Deutscher Sinti und Roma, Landesverband Rheinland-Pfalz, Schloßstraße 4, 76829 Landau, Telefon 06341/85053; E-Mail  info@vdsr-rlp.de sowie im Internet unter der Adresse   www.vdsr-rlp.de