Blutiger Überfall auf Autohändler in Trier: Heute beginnt der Prozess
Trier · Zwei Männer haben Ende August 2013 einen Autohändler bei der Porta Nigra in Trier überfallen und drei Angestellte mit sogenannten Totschlägern schwer verletzt. Ein mutmaßlicher Täter wurde kurz darauf festgenommen und steht ab heute wegen gefährlicher Körperverletzung vor Gericht.
Trier. Ein Freitagnachmittag kurz nach 15 Uhr in der Trierer Innenstadt: Zwei Männer betreten die Verkaufsräume des auf Edelmarken spezialisierten Autohändlers neben der Porta Nigra und dem Mercure Hotel. Sie treffen dort auf drei Angestellte und greifen diese sofort an . Die Täter benutzen dabei Totschläger: kurze Schlagstöcke oder Knüppel, die lebensgefährliche Verletzungen verursachen können. Mit diesen Geräten schlagen sie die Angestellten derart brutal zusammen, dass die Polizei später Blutspuren an Wänden und Türpfosten finden wird.
Bis heute ist das Motiv für den Angriff unklar. Die schwer verletzten Mitarbeiter des Autohändlers werden in ein Trierer Krankenhaus gebracht. Die Schläger fliehen. Eine Passantin, die draußen am Tisch eines Cafés in der Glockenstraße sitzt, bemerkt kurz darauf einen Mann mit blutverschmiertem Pullover. Sie glaubt an einen Film und ist fest davon überzeugt, jeden Moment müsse ein Kamerateam auftauchen.
Parallel rollen drei Einsatzfahrzeuge der Polizei durch die Fußgängerzone. Mit Blaulicht und Sirenen versuchen die Fahrer, sich einen Weg durch die Touristen in der überfüllten Altstadt zu bahnen. An der Ecke Simeonstraße/Glockenstraße parken die Beamten ihre Wagen und laufen mit einem Spürhund die Glockenstraße in Richtung Sichelstraße entlang, wie die Passantin im Café berichtet.
Die Polizei nimmt schließlich einen Mann fest, der im Verdacht steht, einer der Schläger zu sein. Er sitzt seitdem in Untersuchungshaft und muss sich heute vor der ersten großen Strafkammer des Trierer Landgerichts wegen gefährlicher Körperverletzung verantworten. Von dem zweiten Schläger fehlt bis heute jede Spur. Der Angeklagte ist russischer Staatsbürger. Der überfallene Autohändler wirbt in seinem Internetauftritt mit Luxusmarken wie Maybach und Bugatti. Die Firma gibt Sitze in Trier, Zürich, Kiew, Moskau und Krasnodar in Südrussland an.