Bonjour Metz

Ein Anlass zum Freuen: Metz und Trier blicken in diesem Jahr auf 50 Jahre Partnerschaft zurück. Statt einer Feier lud Triers Oberbürgermeister Klaus Jensen rund 50 Bürger zu einem Tagesausflug nach Metz ein. Es waren diejenigen, die sich in den vergangenen Jahren besonders um eine lebendige Partnerschaft bemüht haben.

Trier/Metz. Kontakte pflegen, Treffen organisieren und auch mal einen Gast bei sich zu Hause aufnehmen - eine Städtepartnerschaft erfordert Arbeit, soll sie lebendig sein. In Trier bemühen sich zahlreiche Bürger um den Austausch mit der französischen Partnerstadt. Nach dem zweiten Weltkrieg stand die Versöhnung im Vordergrund, heute geht es um Schüleraustausche, gemeinsame Konzerte oder Wanderungen. Für das Engagement auf Bürgerebene wollte sich Oberbürgermeister Klaus Jensen bedanken. Der Anlass: Metz und Trier feiern in diesem Jahr 50 Jahre Städtepartnerschaft. Deshalb lud Jensen rund 50 Trie rer Bürger am vergangenen Samstag zu einem Tagesausflug nach Metz ein. Mitglieder des Stadtrats waren dabei, Vertreter der Gloucester-Metz-Trier-Gesellschaft, der Deutsch-Französischen-Gesellschaft, Kulturschaffene und Lehrer unter anderem. "Jeder, der mir bekannt war, wurde eingeladen", sagte Triers Protokollchefin Ruth Mereien-Gürke. Per Bahn ging es in einer Stunde 20 nach Metz. Die Direktverbindung zwischen den beiden Städten lobte auch der Metzer Bürgermeister, Jean-Marie Rausch, als Erleichterung für den Austausch. "Und vielleicht können wir mit diesem Angebot auch manchen Pariser Metz-Besucher überzeugen, einen Tag nach Trier zu fahren", sagte er. Jensen freute sich beim Empfang im Metzer Rathaus, dass er und sein französischer Amtskollege auf eine "pompöse Feier" anlässlich des Jubiläums verzichtet und stattdessen gegenseitige Besuche vereinbart hätten. In seiner Rede ging Jensen auf die Bedeutung des interkulturellen Austauschs ein. Er erinnerte daran, dass mehrere europäische Länder eine europäische Verfassung abgelehnt hätten. "Verständigung muss immer wieder neu erarbeitet werden", sagte er. "Die Partnerschaft zwischen Trier und Metz ist ein positives Beispiel dafür."Mirabellenmarkt ohne Mirabellen

Auf dem Besichtigungsprogramm in Metz stand der Besuch des berühmten Mirabellenmarktes. Schließlich bezeichnet sich Metz als "Hauptstadt der Mirabelle". Doch die Früchte suchten die Trierer vergebens. "Bereits ausverkauft", hieß es vonseiten der Tourist-Information. Trübsaal war nicht angesagt, sorgten doch die vom Künstler Marc Chagall geschaffenen Kirchenfenster in der Metzer Kathedrale wenig später für Entzücken.Zum Abschluss bekamen die Trierer noch ein Neubauprojekt zu Gesicht. Das Pariser Kulturzentrum "Centre Pompidou" bekommt Nachwuchs und das in Metz. Anfang 2008 soll es eröffnet werden. So mancher sagte, er wolle wieder nach Metz kommen. Bis dahin ist noch etwas Zeit. Jetzt steht erst einmal der Gegenbesuch der Metzer in Trier an. Er ist für Sonntag, 23. September, geplant. Am Programm würde noch gefeilt, sagt Jensen, "aber Konstantin ist sicherlich dabei."