Botschafter der Lebensfreude

Ein Gospelchor - da erwartet man Sängerinnen in feierlichen Gewändern, volle Stimmen und frohe, christliche Lieder. Der Soweto Gospel Choir aus Südafrika bot 500 Zuhörern in der Europahalle noch mehr.

Trier. "Nelson Mandela was an inspiration to us all", betont eine der Sängerinnen in den weiten, farbenprächtigen Gewändern. Fast genau ein Jahr ist es her, dass der frühere Präsident Südafrikas starb.
Für sein unermüdliches Engagement für Gerechtigkeit und sein strahlendes Lächeln wird er unvergessen bleiben. Ihm zu Ehren ist der Soweto Gospel Choir in diesem Jahr unterwegs; von Trier geht es nun weiter nach Österreich. Gleichzeitig sind die Künstler Botschafter für Nelson Mandelas Aids-Stiftung. Sie unterhalten zudem eine Einrichtung für Waisenkinder.
Musikalischer Optimismus


Wer wäre besser geeignet als dieser Gospelchor, um den Einsatz und den Optimismus Mandelas musikalisch zu vermitteln? Begleitet von zwei Trommlern und einem Keyboarder entzünden die knapp zwei Dutzend Künstler ein buntes Feuerwerk von Gesang, Tanz und Begeisterung auf der Bühne. Die 500 Besucher in der Europahalle ließen sich von Anfang an mitreißen: Auf herzlichen Applaus folgen Mitwippen, Mitstampfen und -klatschen. Im Repertoire haben die Südafrikaner Lieder in fünf Sprachen - Sotho, Zulu, Xhosa, Afrikaans und Englisch. Darunter sind bekannte Songs wie "Bridge over troubled Water" und "Many Rivers to cross - swing low", aber auch viele traditionelle afrikanische Stücke.
Etliche der Sängerinnen bezaubern das Publikum mit ihren Solostimmen, von zart und klar über rauchig warm bis zu kraftvoll und sonnig. Ein schlanker, junger Sänger verblüfft das Publikum mit seinem enorm tiefen Bass, andere mit ihren klangvollen Tenorstimmen.
"Unheimlich lebendig, farbenfroh - mitreißend!", sagt Angelika Lensch aus St. Wendel. Dies sei ihr erstes Gospelkonzert, aber bestimmt nicht ihr letztes. Auch Horst Frey aus Konz erlebt zum ersten Mal einen Gospelchor. "Da ist Rhythmus, da ist Schwung, da ist Bewegung", schwärmt er. "Man fängt automatisch an mitzuwippen!"
Das Publikum steht, als das Konzert nach rund zwei Stunden mit der südafrikanischen Nationalhymne zu Ende geht. Bei der Zugabe "Amen" singt der ganze Saal kräftig mit. DQ