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Botschafter sagt ewige Freundschaft zu

Botschafter sagt ewige Freundschaft zu

Ein Stadtrundgang auf den Spuren von Karl Marx und ein Eintrag ins Goldene Buch: Der chinesische Botschafter Wu Hongbo hat gestern der Stadt Trier einen Besuch abgestattet.

"Wer Deutschland besucht und dabei die Stadt Trier auslässt, dem tut das sehr leid", sagt der Botschafter der Volksrepublik China, Wu Hongbo. Das sei in etwa so, als wenn man China besucht und dabei die chinesische Mauer auslässt, verdeutlicht er seine Aussage.

Er selbst ist gestern zum Antrittsbesuch nach Trier gereist, das im November vergangenen Jahres eine Partnerschaft mit der chinesischen Stadt Xiamen besiegelt hatte. Dabei hat sich der Botschafter in Anwesenheit des Ältestenrates ins Goldene Buch der Stadt eingetragen. "Die Freundschaft zwischen China und Deutschland währt ewig", steht da nun frei übersetzt über seiner Unterschrift. Und: "Ich wünsche Trier Glück und Freude."

Außerdem sah sich Wu Hongbo die bekannten Trierer Sehenswürdigkeiten an, darunter das Karl-Marx-Haus. Auch Besuche bei der Handwerkskammer und der Industrie- und Handelskammer standen auf dem Programm.

Mit dem städtepartnerschaftlichen Austausch sollen sich die Bewohner Triers und Xiamens besser kennenlernen, sagt Wu Hongbo: "So können wir spürbare Erfolge für die Zusammenarbeit erzielen." Oberbürgermeister Klaus Jensen stimmt dem Botschafter zu: "Ihr Besuch ist ein Zeichen, dass sich die Beziehungen zwischen Trier und China vertiefen."

Wu Hongbo betonte außerdem die Bedeutung des wohl bekanntesten Trierers in der Volksrepublik. Im 19. Jahrhundert habe der deutsche Philosoph Karl Marx Werke verfasst, die großen Einfluss auf die Welt hatten, fährt der Botschafter fort. "Seine Theorie verbinden wir in China mit den Gegebenheiten des Landes." Vor allem Xiamen sei dafür ein gutes Beispiel: "Hier haben wir erste Erfolge durch eine Politik der Öffnung erzielt."

Der Botschafter regte außerdem an, dass Trier sich 2012 am deutsch-chinesischen Kulturjahr beteiligt. Es soll der deutschen Veranstaltungsreihe "Deutschland und China - Gemeinsam in Bewegung" ähneln, die drei Jahre lang in Metropolen und regionalen Zentren Chinas gastierte. ExtraPartnerschaft zwischen Trier und Xiamen: Seit November 2010 besteht zwischen Trier und der chinesischen Küstenstadt Xiamen eine Städtepartnerschaft. Sie ist vor allem wirtschaftlich motiviert, aber auch eine kulturelle Zusammenarbeit wird angestrebt. Außerdem bestehen seit Jahren Kooperationen zwischen den Universitäten der Städte. Von Anfang an wurden die Bemühungen hinsichtlich einer Städtepartnerschaft von Kontroversen begleitet. Kritiker lehnen sie unter anderem wegen der begrenzten bürgerlichen Freiheiten und Menschrechtsverletzungen in China ab. (alo)