Brand zerstört Existenz eines Landwirts

Brand zerstört Existenz eines Landwirts

Der Brand in einem Bauernhof in Hersdorf (Eifelkreis Bitburg-Prüm) am Montag voriger Woche hat schlimme Folgen für Landwirt Robert Schönecker: Durch das Feuer in einem Maschinenraum entwickelten sich giftige Gase, die in den angrenzenden Viehstall zogen. Vier Kühe waren sofort tot.

In den folgenden Tagen musste der Tierarzt weitere 27 Tiere einschläfern. Polizeioberkommissar Peter Pannen vermutet, dass ein technischer Defekt das Feuer verursacht haben könnte.
Bemerkt hatte den Brand gegen 5.30 Uhr die Austrägerin des Trierischen Volksfreunds. Die Feuerwehr Hersdorf war sofort zur Stelle. Doch die angebundenen Tiere im Stall konnte sie nicht befreien, da sie nicht über die dafür notwendigen Atemschutzgeräte verfügen.
Den 38-jährigen Schönecker, der auch Wehrleiter in Hersdorf ist, treibt nun die Frage um, ob man seine Kühe hätte retten können, wenn seine Leute, die zuerst am Einsatzort eintrafen, auch in den Stall hätten gehen können.
"Atemschutzgeräte hätten uns den Einsatz auf jeden Fall sehr erleichtert", sagt Feuerwehrmann Michael Büchel, der auch beim Einsatz mit dabei war.
2012 hatte die Wehr in Hersdorf ein neues Tragkraftspritzenfahrzeug (TSF) bekommen. Theoretisch ist das auch mit Atemschutzgeräten bestückt.
Doch da im nahen Schönecken ein Feuerwehrstützpunkt eingerichtet ist, haben nur die Schönecker auf ihrem Fahrzeug acht Geräte. "Das ist bei uns klar eingeteilt in Risikoklassen, wo wir Atemschutzgeräte vorhalten und wo nicht", erklärt Aloysius Söhngen, Bürgermeister der Verbandsgemeinde (VG) Prüm. "Wir verstehen die Wünsche der Feuerwehrleute, aber es gibt nur gewisse Kapazitäten und die Planungshoheit hat die VG", sagt Peter Hillen, der bei der VG Prüm für das Feuerwehrwesen zuständig ist. Er bedaure, dass das Vieh erstickt ist. Aber auch mit Atemschutzgeräten wäre die Sache schwierig gewesen: "Das Risiko, in den dunklen und verqualmten Raum zu gehen, um die Tiere loszubinden, die in Panik sind, wäre viel zu groß für die Männer gewesen", sagt Hillen.
Robert Schönecker ist zwar versichert, aber er überlegt sich, ob er noch weitermachen soll: "Die Aussichten für Landwirte sind momentan zu schlecht", sagt er. sn

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