Brandruine statt Bolzplatz

Der Bau eines Bolzplatzes in Ehrang scheitert seit Jahren an Grundstücksfragen und Anwohnerprotesten. Manche Jugendliche haben sich besonders im letzten Jahr ihren eigenen Freiraum geschaffen: In Gebüschen und bei einer Brandruine, die für sie lebensgefährlich werden könnte.

Trier-Ehrang/-Pfalzel. Das Gelände nordwestlich des Schulzentrums Am Mäusheckerweg macht einen unwirtlichen Eindruck. In der Nähe des Radwegs, der auch als Schulweg dient, rauschen die Züge vorbei - ohne Zaun oder Sicherheitsvorkehrungen. Daneben stillgelegte Gleise, meterhohes Gebüsch und verfallene ehemalige Bahngebäude.

Ein ideales Terrain für Jugendliche, die dort "abhängen, Party machen und in großen Mengen Alkohol konsumieren", wie Fischerei-Aufseher Guido Eberhardt beobachtet hat.

Scherben, Schmierereien und Getränkedosen



Treffpunkt Nummer eins: Eine Brandruine, die ohne Sicherheitsvorkehrungen frei zugänglich ist. Vor etlichen Jahren ist das Bahngebäude ausgebrannt. Übrig blieben die Mauern und verkohlten Dachbalken. Eberhardt berichtet von Pfalzeler Kindern und jungen Erwachsenen, die er dort angetroffen hat. Einen Reifen, der an einem der rußgeschwärzten, morschen Balken mit einem Kabel zum Schaukeln aufgehängt war, habe er abgeschnitten. "Das war lebensgefährlich!" Im gesamten Umfeld gibt es übriggebliebenen Unrat und gefährliche Löcher - eines davon ist mehrere Meter tief und wird laut Eberhardt von Jugendlichen bevorzugt besucht. Leere Bierdosen und Graffiti scheinen dies zu bestätigen. Treffpunkt Nummer zwei: Das Umfeld der Grillhütte des Schulzentrums, das mit Glasscherben, Schmierereien und Getränkedosen auf unerlaubte Besuche schließen lässt. Die Zäune sind durchtrennt oder niedergetrampelt, eine Sitzbank ist demoliert, daneben häuft sich Müll.

Treffpunkt Nummer drei ist eine weitere vermüllte Stelle in der Nähe des Radwegs, der als "Rennstrecke" von Rollerfahrern genutzt wird. Dort lagern verbrannte Reste von Holzkabeltrommeln, die von einer benachbarten Firma stammen und den Jugendlichen als Mobiliar und Feuerholz dienten. Der Polizeiinspektion (PI) Schweich sind lediglich vermehrte Diebstähle von Zweirädern in Ehrang bekannt, die in dem weitläufigen Gelände ausgeschlachtet und entsorgt wurden. Hinweise auf Straftaten habe er nicht, sagt PI-Leiter Roman Kierok, räumt aber nach einer sofortigen Augenscheinnahme seiner Beamten am Montag ein, dass es um die Sicherheit bei der Brandruine nicht gut bestellt sei. Die zuständige Bundespolizei bestreife den Gefahrenpunkt besonders in der Ferienzeit, aktuelle Vorkommnisse gebe es nicht, so ein Sprecher. Sicherungsmaßnahmen müsse die Bahn als Eigentümerin treffen.