BRANDSCHUTZ
Zum Bericht "Denkmalpflege will keine Feuerwehr an der Spitzmühle" (TV vom 1. August):
Ordnungsdezernent Thomas Egger (gleichzeitig auch Kulturdezernent) weist den Denkmalpflegerat der Stadt Trier "in die Schranken" und will das weitere Vorgehen bei der Wahl des von ihm bevorzugten Standortes der neuen Feuerwehrwache An der Spitzmühle zukünftig direkt mit der Direktion Landesarchäologie abstimmen. Dieser neue Standort läge nicht nur direkt neben dem Friedrich-Wilhelm-Gymnasium, sondern auch neben/über einer antiken Sensation: dem größten bekannten Tempelbezirk nördlich der Alpen. Dieser in Teilen schon bekannte Tempelbezirk, der sich von der Spitzmühle mit großer Wahrscheinlichkeit entlang des Altbachs Richtung Amphitheater fortsetzt, wurde damals überragt von einem der größten Tempel Triers, dem Podiums tempel Am Herrenbrünnchen. Diese gesamte Anlage würde in die Reihe der Weltkulturerbestätten aufgenommen, würde sie ausgegraben. Das konnte sich die Stadt Trier bisher aber finanziell nicht leisten. Es wäre eine Attraktion ersten Ranges! Der Tempelbezirk wäre das Bindeglied einer begehbaren antiken Kulturlandschaft zwischen Kaiserthermen und Amphitheater. Nun erwägt ausgerechnet Kulturdezernent Egger, mitten in dieses einzigartige Ensemble die Hauptfeuerwache Triers hineinzusetzen. Wir fassen das nicht und hätten einen Gegenvorschlag, der auch die Sicherheit der Bürger von Trier berücksichtigt: Man könnte das Rathaus am Augustinerhof abreißen, wodurch kein größerer Schaden entstehen würde, denn die Stadtverwaltung ließe sich nun in der alten Feuerwache am Pacelliufer unterbringen. Der Kultur- und Feuerwehrdezernent hätte sein Quartier in einer adäquaten Umgebung. Das verlegte Rathaus könnte das kollabierte Projekt Stadt am Fluss ortsnah wiederbeleben. Mit einem Teil der am Augustinerhof frei gewordenen Fläche ließe sich das Stadttheater erweitern. Auf dem anderen Teil wird die Feuerwache gebaut, von der aus alle wesentlichen Teile des Stadtgebiets bestens zu erreichen wären. Damit hätte man sogar vier Fliegen mit einer Klappe geschlagen! Aber halt: Am Augustinerhof liegt auch der Palast des Kaisers Victorinus unter der Erde - auf diesen gilt es Rücksicht zu nehmen! Wilfried und Christel Knickrehm, Trier