Brandstifter zündelt im Strohballenlager
Sehlem/Wittlich · Rund 100 Rundballen Stroh sind in der Nacht zum Montag, 25. Juli, in Sehlem verbrannt. Die Kriminalpolizei vermutet, dass ein Unbekannter sie angezündet hat, und sieht einen Zusammenhang mit weiteren acht Bränden.
Sehlem/Wittlich. Ist in Sehlem und Umgebung ein Brandstifter unterwegs, der für insgesamt neun Feuer seit 2005 verantwortlich ist? Das vermutet die Kriminalpolizei in Wittlich nach dem jüngsten Feuer, dem in der Nacht zum Montag 100 Rundballen Stroh zum Opfer gefallen sind. Da das Strohlager an mehreren Stellen brannte, scheint absichtliches Zündeln wahrscheinlich.
Der Vorfall, der sich gegen 3.30 Uhr nahe der L 141 auf freiem Feld ereignete, wird in einer Serie mit weiteren mutmaßlichen Brandstiftungen gesehen: Dabei wurden bis jetzt laut Kripo mehrere Rundballenlager, eine Holzhütte, eine Hecke und zwei Gartenlauben angesteckt. Das aktuelle Feuer bekämpften die freiwilligen Wehren aus Sehlem und Esch mit 25 Einsatzkräften bis zum Montagvormittag. Auch die Feuerwehr Hetzerath rückte aus, konnte dann aber wieder abziehen. Laut Hans-Jürgen Ensch, Wehrleiter der Verbandsgemeinde Wittlich-Land, bestand für die Bevölkerung keine Gefahr. Allerdings habe ein Getreidefeld vor dem Übergreifen der Flammen mit einer fünf Meter breiten Schneise gerettet werden müssen. Ansonsten hätte man das Ballenlager nur noch kontrolliert abbrennen lassen können. Hans-Jürgen Ensch ist sicher, dass Brandstiftung vorliegt. "Von selber fängt so etwas nicht zu brennen an. Es ist schon ein komisches Gefühl, wenn man denkt, hier läuft vielleicht jemand herum, der gerne Feuer sieht." Ob es tatsächlich einen oder mehrere Serientäter gebe, müsse die Kripo ermitteln. Die stellt den jüngsten Vorfall in einen Zusammenhang mit weiteren Feuern, bei denen es bisher nicht gelungen ist, einen Brandstifter festzunehmen. Unter anderem waren in Sehlem bereits im Januar 2007 120 Strohballen verbrannt und ein Jahr später noch einmal 150 Stück. In diesem Jahr hätte die freiwillige Feuerwehr allerdings noch nicht wegen eines Brandstiftungsfalls ausrücken müssen, sagt Hans-Jürgen Ensch auf TV-Nachfrage.sos
Hinweise nimmt die Kriminalpolizei Wittlich entgegen, Telefon 06571/95000. sos