Brandstiftung an Autos in Trier: Video aus der Tatnacht aufgetaucht

Kostenpflichtiger Inhalt: Kriminalität : Brandstiftung an Autos in Trier: Video aus der Tatnacht aufgetaucht

Vor dem Autobrand in Trier-Ehrang hat eine Überwachungskamera des betroffenen Supermarkts eine Szene in der Nähe des Tatorts festgehalten. Volksfreund.de informiert über den Stand der Ermittlungen.

Zum dritten Mal innerhalb von sechs Tagen hat es in der Nacht zum Mittwoch in Trier gebrannt. Diesmal ging ein Lieferwagen auf dem Parkplatz des Rewe-Markts in Ehrang in Flammen auf (der TV berichtete). Handelt es sich um denselben Täter wie bei einem oder beiden Bränden unter der Konrad-Adenauer-Brücke in Trier-Euren am vergangenen Donnerstag und Sonntag?

Ein möglicher Zusammenhang der drei Fälle „wird zurzeit geprüft“, sagt Marc Fleischmann von der Pressetelle des Polizeipräsidiums Trier auf Anfrage des TV. Tatzeit und -ort waren bei den ersten beiden Bränden beinahe identisch.

Welche neuen Erkenntnisse gibt es? Unserer Redaktion sowie auch dem Trierer Polizeipräsidium liegt das Video einer Überwachungskamera vor. Der kurze Clip zeigt allem Anschein nach einen Mann in Winterjacke, der sich in der Tatnacht vor dem Eingang des Supermarkts umschaut. Die Person geht an den aufgereihten Einkaufswagen vorbei und wieder zurück. Dabei ist zeitweise auch das Gesicht des Mannes zu sehen, etwa, als er sich umdreht.

Autobrände in Trier-Ehrang und Trier-Euren Kopie. Foto: TV/Schramm, Johannes

Das Video wurde in der Zeit nach Ladenschluss (22 Uhr) und vor dem Brand aufgenommen. Um 23.55 Uhr brannte das Auto bereits, danach rückte die alarmierte Feuerwehr an.

Es ist laut Polizei allerdings zurzeit nicht klar, ob es sich bei dem Mann um den Täter handelt oder er in irgendeinem Zusammenhang mit der Tat steht.

Warum veröffentlicht die Polizei das Video bisher nicht? „Eine Veröffentlichung des Videos oder Teilen davon durch die Polizei zu Fahndungszwecken ist bei jetzigem Ermittlungsstand rechtlich nicht möglich. Eine solche Veröffentlichung ist rechtlich an hohe Voraussetzungen gebunden und ist darüber hinaus abhängig vom Ermittlungsstand“, teilt die Polizei mit. „Ob zu einem späteren Zeitpunkt eine Veröffentlichung erfolgen kann und wird, hängt vom Verlauf der Ermittlungen ab.“

Handelt es sich bei den drei untersuchten Fällen um Brandstiftung? „Der Verdacht der vorsätzlichen Brandstiftung erhärtet sich nach derzeitigen Ermittlungen“, sagt Pressesprecher Fleischmann.

Das Standbild aus dem Video einer Überwachungskamera zeigt einen Menschen, der sich zwischen Ladenschluss um 22 Uhr und Tatzeitpunkt gegen 23.55 Uhr vor dem Rewe-Markt umschaut. Foto: Medienhaus Trierischer Volksfreund

Wie geraten Autos in Brand? Ernst Mettlach, Pressesprecher der für die Berufsfeuerwehr zuständigen Stadt Trier, erklärt auf Anfrage: „Fahrzeuge geraten nicht einfach so in Brand, sondern durch äußere Einflüsse wie Unfälle und Brandstiftung oder technische Defekte, etwa an Reifen, Bremsen, Batterien, Leitungen oder Kabeln.“

Wie schwer ist es, ein Auto anzuzünden? Legt es ein Brandstifter gezielt darauf an, kann ein Auto innerhalb von wenigen Minuten lichterloh in Flammen stehen. Es braucht dazu relativ einfache Hilfsmittel und kann bei entsprechendem Vorgehen sogar an belebten Plätzen recht unauffällig geschehen.

Wie wird ein Autobrand gelöscht? „Autobrände werden in der Regel mit Wasser gelöscht“, erklärt Mettlach. Komme es bei dem Brand zum Austritt und zur Entzündung von Benzin, müsse diese Fläche mit einem Feuerlöscher abgelöscht werden. Ist diese Fläche etwas größer oder herrschen hohe Außentemperaturen, werde der Bereich mit Löschschaum abgedeckt.

Kann es zu Explosionen kommen? Die Explosion eines brennenden Autos ist unwahrscheinlich und gehört eher in einen Actionfilm als in die Realität. Autobrände können im Entstehen vergleichsweise einfach mit einem Handfeuerlöscher stoßweise gelöscht werden. Steht das Auto bereits vollständig in Flammen, kommt allerdings jede Hilfe zu spät.

Brennen E-Autos häufiger? In Trier waren bisher keine Autos mit Elektroantrieb betroffen, ihre Anzahl ist auch noch sehr gering. Karl-Heinz Knorr, Vizepräsident des Deutschen Feuerwehrverbandes, äußert sich gegenüber der Deutschen Presse-Agentur: „Wir haben es hier mit einer neuen Herausforderung zu tun, auf die die Einsatzkräfte vorbereitet werden müssen. E-Autos brennen aber weder heftiger noch häufiger als Benziner oder Diesel, nur anders.” (siehe Info)

Wie reagieren die Menschen in Trier-Euren auf die jüngsten Brände? Hans-Alwin Schmitz, Ortsvorsteher von Euren, sagt: „Wir sind ziemlich erstaunt und schon etwas beunruhigt.“ Viele Menschen ließen ihr Auto zum Beispiel am Messepark stehen, um an der Mosel spazieren zu gehen. Auf diesem Parkplatz verbrannten die beiden Wagen, ein Ford Fiesta und ein Citroën.