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Breites Angebot, großes Problem

Trier. Das Jugendzentrum "Auf der Höhe" am Trierer Weidengraben zeigt beim Tag der offenen Tür am Freitag, was es leistet - und was die Arbeit schwierig macht. Joshua Ternes

Trier Neue Hobbys finden oder einfach entspannen: Das Jugendzentrum "Auf der Höhe" stellt morgen, Freitag, ab 15 Uhr bei einem Tag der offenen Tür seine Angebote für Kinder und Jugendliche vor. Es gibt Mitmach-Aktionen und Darbietungen, die Verantwortlichen stehen für Informationen und Gespräche bereit.
Im Vordergrund der Jugendarbeit des Treffpunkts am Weidengraben, zu dem das Jugendzentrum gehört, stehen kulturelle Aktivitäten. Eine offene Graffiti-Werkstatt regt zum Dekorieren der eigenen Wände an. Ein professionelles Tonstudio steht aufstrebenden Musikern zur Verfügung, die sich auch auf der kleinen Bühne beim Rap-Wettbewerb OpenMic messen können. Hip-Hop-Tanz und pädagogische Medienprojekte runden das Angebot ab. Jugendkultur ernst nehmen, kultivieren und nach außen präsentieren: Daran arbeitet das Zentrum. Jugendlichen sollen nicht nur Halt finden, sondern auch neue Hobbys und Talente entdecken.
Doch es geht nicht nur um Kulturelles: Das Zentrum steht Kindern und Jugendlichen täglich als Ort der Entspannung und Ablenkung vom Alltag offen. Ob im Kinder-Club, auf der hauseigenen Kegelbahn oder während der regelmäßigen Ferienfreizeit im Sommer: Es wird zusammen gekocht, gespielt und gewerkelt. Neue Freundschaften entstehen, alte Probleme werden überwunden.
Die beiden festen Mitarbeiter Inés Jacoby und Tom Cartus sind stolz auf ihr Angebot und die Jugendlichen, die sich hier selbst verwirklichen. Doch sie berichten auch von Problemen: Nur eineinhalb Stellen werden von der Stadt bezahlt, der Rest muss durch Spenden und Stiftungen sowie ehrenamtliche Helfer und Freiwilligendienstler aufgestockt werden. "Das ist schon im Sinne der Aufsichtspflicht manchmal unzumutbar", meint Cartus, der Leiter der Einrichtung und offiziell allein für das Jugendzentrum verantwortlich ist.
Inés Jacoby, mit einer halben Stelle für die Betreuung mehrerer Stadtteile zuständig, ergänzt: "Allein die vielen Anträge an die Stiftungen kosten jede Menge Arbeitszeit."
Deshalb soll der erste Tag der offenen Tür, den Abdul Benmahammed und Claudia Safarian im Rahmen eines Projekts der Berufsbildenden Schule Wirtschaft (BBSW) in Trier organisiert haben, nicht nur Kinder und Jugendliche für die Aktivitäten des Jugendzentrums begeistern. Ziel ist auch, auf die finanziellen Probleme aufmerksam zu machen - in der Hoffnung, mehr Unterstützung von der Stadt zu erhalten.
Tag der offenen Tür im Jugendzentrum "Auf der Höhe" am Freitag, 24. Februar, von 15 bis 19 Uhr, Am Weidengraben 5 in Trier.
Weitere Informationen im Internet auf der Facebook-Seite Jugendzentrum "Auf der Höhe".