Brennpunkt Bahnhof

TRIER. (hpl) Seit kurzem berichtet Leonichen in ihrem Blog "Uns schöner Trier" über ihre Erlebnisse. Ihr Eintrag "HbF Trier – Sozialer Brennpunkt?!" führte zu ersten Reaktionen.

Das Gelände um den Trierer Hauptbahnhof ist besonders nachts nicht der sicherste Ort. Leonichen aus Konz schreibt dazu: "Vorgestern war ich wieder einmal nach Trier unterwegs, wollte am Hbf aussteigen, weil da ja die ganzen Busse fahren. Da ist mir mal wieder aufgefallen, was für Leute sich in Trier doch herumtreiben, Betrunkene, 14-jährige rauchende Mütter, 54-jährige rauchende Mütter und Möchtegerngangster - die ganze Palette halt. Dass manche Stadtteile etwas heruntergekommen sind, ist ja allgemein bekannt, aber dass das auch den Hauptbahnhof so stark betrifft, ist mir da erst bewusst geworden."Tetrapanax schreibt dazu: "Die Gebiete um den Bahnhof waren, von der Gründerzeit bis weit in die 20er Jahre, beliebte und begehrte Wohngegenden. Hier wohnte das gut betuchte Stadtbürgertum, große und teure Hotels wurden errichtet. Der Niedergang kam mit dem Krieg. Mit dem Niedergang der Bahnhofsviertel wurde diese Gegend natürlich für eine ganz andere soziale Schicht interessant. Prostition, Drogenhandel und Kleinkriminalität blühte in vielen Städten um den Bahnhof auf."Alexander meint: "Endlich sagt es mal jemand! Ich wohne in der Innenstadt und habe das Glück, in Bahnhofsnähe mit Hinterhofblick zu arbeiten. Als vor drei Jahren das Dosenpfand eingeführt wurde, hatte ich anfangs die leise Hoffnung, dass sich die ganzen "Mixerygangs" etwas zurückziehen würden, aber nein, wäre ja auch zu schön gewesen. Insbesondere der Bussteig vor dem Heitkamphaus sammelt das Beste aus Umland und Problemstadtteilen. Wenn ich wochenends durch die Stadt laufe, packt mich das kalte Grauen und oftmals bin ich froh, ohne in eine Schlägerei gekommen zu sein, mein Ziel erreicht zu haben. Schlage ich dann montags den Volksfreund auf, vergeht mir endgültig jegliche Lust, nachts etwas in der Stadt zu unternehmen. Da wurden Fremde zusammengeschlagen, dann brennen an der Uni mal wieder Autos. Hat hier schon irgendwer mal eine Fußstreife gesehen?" Wie ist Ihre Meinung zum Thema? Schreiben Sie uns. Ihre Zuschrift sollte maximal 30 Zeilen à 30 Anschläge lang sein und bis heute, 14 Uhr, vorliegen. Fax: 7199439; E-Mail: echo@volksfreund.de