Brezel-Zuschuss: Unternehmer springt ein

Trier · Gute Nachrichten in Sachen Martinsbrezel-Zuschuss: Ein Trierer Unternehmer hat angekündigt, angesichts der Streichung der städtischen Förderung in die Bresche springen zu wollen - zumindest für den großen Umzug in Trier-Nord und der City. Wie der TV am Dienstag berichtete, sollen 1150 Euro an Zuschuss für die Martinszüge aus dem Kulturetat in einigen Stadtteilen gestrichen werden.

Dagegen regte sich Widerstand in den Ortsbeiräten von Ruwer und Mitte-Gartenfeld. Horst-Dieter Keufen, Seniorchef der Firma Gitzinger (Speziallieferant für Großküchen und Gastronomie), reagierte spontan auf die TV-Berichterstattung mit einer Spendenzusage: "Die 300 Euro für den großen Martinszug in der Stadt übernehmen wir gerne." Dass die Stadt an dieser Stelle spare, könne er zwar nicht verstehen, sagte der Geschäftsmann, der im Paulinviertel aufgewachsen ist. Die Trierer Kinder dürften aber jedenfalls nicht unter dieser Sparmaßnahme leiden. Wenn nötig, stocke er den Betrag auch noch auf. "Vielleicht", so Keufen, "finden sich aber auch noch andere Unternehmer in den Stadtteilen als Nachahmer."
Darauf hofft auch Wirtschafts- und Kulturdezernent Thomas Egger (FDP), der Keufens Einsatz als "sehr sehr lobenswert" bezeichnet. Den Vorschlag zur Umschichtung der 1150 Euro verteidigt Egger gegenüber dem TV. Der Stadtrat habe beschlossen, sich ab 2013 am Verein Kulturraum Großregion mit 5000 Euro jährlich zu beteiligen. Neue freiwillige Leistungen seien aber aufgrund der Haushaltslage nicht drin, also müsse er das Geld durch Umschichtung aufbringen. Das sei nicht gegen die Stadtteile gerichtet. Egger: "Aus dem Kulturetat wird die Stadtteilarbeit schließlich an vielen Stellen gefördert, etwa über die Musik- und Karnevalsvereine."
Unterdessen hat sich die Trierer Linkspartei gegen die Kürzung des Zuschusses ausgesprochen. Martinszügen als kulturellem Brauchtum die Unterstützung zu entziehen, sei grotesk, so Katrin Werner. mic

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