Brötchen schmieren wie geschmiert

Brötchen schmieren wie geschmiert

Mitglieder im Roten Kreuz waren sie nicht, und dennoch haben sie sich fast 40 Jahre beim DRK engagiert: Anni Wolf, Elfriede Benz, Renate Groben und Anni Buschmann waren die guten "Küchen"-Seelen bei den Welschbilliger Blutspendeterminen.

Welschbillig/Trier-Ehrang. (LH) Die Brote und Brötchen, die Anni Wolf, Elfriede Benz, Renate Groben und Anni Buschmann in den fast 40 Jahren ihres ehrenamtlichen Wirkens "geschmiert" und belegt haben, gehen in die Zehntausende. Mehrmals im Jahr wurden die vier Welschbilliger Frauen aktiv, tauschten für einen Abend die heimische Küche gegen die beim Blutspendetermin und versorgten in der langen Zeit Tausende von Frauen und Männern mit einer kleinen Stärkung nach dem Blutspenden. Ehrangs DRK-Vorsitzender, Bürgermeister Wolfgang Reiland, nahm eine kleine Feierstunde im Edith-Seifer-Haus zum Anlass, um den guten Seelen Anni Wolf (70), Elfriede Benz (69), Renate Groben (72) und Anni Buschmann (71) ein ganz herzliches Dankeschön zu sagen für deren beispielgebenden ehrenamtlichen Dienst. Dabei hatten die vier sonst überhaupt nichts am Hut mit dem DRK, waren noch nicht einmal Mitglieder, sondern haben einfach so geholfen. Wolfgang Reiland: "Eine wirklich tolle Leistung und ganz bestimmt keine Selbstverständlichkeit."

"Das tut richtig weh, dass die vier jetzt aufhören und nicht mehr zu den Terminen kommen", bedauert Ferdi Haller, beim Ehranger DRK-Ortsverein zuständig für die Organisation der Blutspendetermine, den freiwilligen Ruhestand: "Ich habe die vier so ins Herz geschlossen." Mitfühlen kann auch Frank Baustert, der Vorort-Organisator in Welschbillig. Und wie kamen die Frauen überhaupt zu ihrer Aufgabe: "Kannst du nicht bei uns helfen", war Renate Groben, die älteste der vier, vor Jahrzehnten gefragt worden. Die drei anderen kamen schnell und ohne lange zu zögern hinzu, wuchsen schnell zu einem eingeschworenen "DRK-Blutspende-Küchenteam" zusammen.

Anfangs fanden die Welschbilliger Blutspendetermine in der Schule statt. "Die Zubereitung von heißem Wasser im Keller war nicht immer einfach", erinnern sich die fleißigen Helferinnen an die ersten Jahre. Durch die räumlichen Gegebenheiten bekamen sie die Spender noch nicht einmal zu Gesicht, wenn sie in der Küche "wirkten". Nur diejenige, die an den Tischen "bediente". Anfang der 90er Jahre wechselte das Blutspendegeschehen in die Kulturscheune mit einfacheren Abläufen im Servicebetrieb.

Die hinterlassen jetzt eine große Lücke. "Wir suchen Nachwuchs und Ersatz", klingt der Aufruf von DRK-Chef Reiland fast wie ein Hilferuf. Vielleicht melden sich ja wieder (vier) Frauen, die in die Fußstapfen ihrer Vorgängerinnen treten wollen...