Brubacher Hof: Bürgerinitiative klagt gegen Planungsverfahren

Stadtentwicklung : Brubacher Hof: Bürgerinitiative klagt in Trier gegen Planungsverfahren

Ein betroffener Gutsbesitzer sieht sich in seiner Existenz gefährdet und will deshalb den Rechtsweg gegen eine mögliche Enteignung beschreiten.

Die Bürgerinitiative Rettet Brubach will weiterhin mit allen erlaubten Mitteln gegen das geplante Baugebiet Brubacher Hof kämpfen. Ingo Hennen, Betreiber der Pferdepension Brubacher Hof und des gleichnamigen Traditionslokals, war von Beginn an strikter Gegner dieses Projekts. Nun hat er als betroffener Landeigentümer angekündigt, gegen das von der Stadt Trier gewählte Verfahren einer städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme (siehe Info) zu klagen. Ideell und finanziell wird er dabei von der Bürgerinitiative (BI) unterstützt. „Ich sehe mich in meiner Existenz gefährdet“, machte Hennen am Montagabend bei einem Treffen des Kommunalarbeitskreises der Trierer Grünen mit Vertretern der BI deutlich. „Die Stadt bietet mir Ausgleichsflächen an, die wir Landwirte schon jetzt bewirtschaften“, ist sein zentraler Kritikpunkt. Niemand der derzeitigen Eigentümer sei bereit, seine Flächen für ihn abzutreten.

Mehr als zwei Stunden tauschten die Gegner des Baugebiets ihre Meinung zu dem vom Stadtrat mehrheitlich favorisierten 30 Hektar großen Baugebiet aus, das im Westen an das FFH-Schutzgebiet Mattheiser Wald grenzt. Bevor der Stadtrat in seiner nächsten Sitzung am 6. November endgültig über die Satzung einer städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme entscheidet, berät am morgigen Donnerstag der Dezernatsausschuss IV unter Leitung von Baudezernent Andreas Ludwig noch einmal über die entsprechende Vorlage der Verwaltung. Wesentlich größerer Gesprächsbedarf wird es an diesem Abend beim Zehn-Jahreskonzept für die Straßenbaumaßnamen in Trier gehen.

Teil davon – und deshalb auch relevant für die Entwicklungsmaßnahme Brubacher Hof – ist der Zeitplan für den Ausbau der Aulstraße inklusive Kreisverkehr im Bereich Korumstraße. Dieser Verkehrsknotenpunkt im Süden der Stadt ist von großer Bedeutung, wenn durch die Baugebiete Brubacher Hof und Castelnau II in Feyen deutlich mehr Verkehr zwischen Talstadt und Höhe unterwegs sein wird. Beim Treffen der Grünen mit den Aktivisten der Bürgerinitiative war der Verkehr allerdings nur am Rande ein Thema. Peter Hoffmann, Sprecher für Ökologie in der Grünen-Fraktion des Stadtrats, führte vor allem die befürchteten Auswirkungen auf das Naturschutzgebiet Mattheiser Wald als Kritikpunkt an. Gemeinsam mit weiteren Mitgliedern des Stadtverbands stellte er die Priorität der Grünen klar: Die liegt im Bereich Langenberg zwischen Euren und Zewen. „Aber dafür haben wir leider im Stadtrat keine Mehrheit bekommen.“

Dass der Satzungsbeschluss für die Entwicklungsmaßnahme Brubacher Hof im Stadtrat vermutlich nicht mehr zu stoppen sei, machten die grünen Kommunalpolitiker den von der Verwaltung enttäuschten BI-Mitgliedern ebenso deutlich wie ihre Sympathie für deren Klage. Hoffnung setzen sie vor allem in die dadurch erwarteten zeitlichen Verzögerungen. Dominik Heinrich: „Ich hoffe, dass sie mit ihren rechtlichen Einwendungen Erfolg haben und im Stadtrat die Einsicht einkehrt, dass ein neues Baugebiet am Langenberg schneller funktionert.“

Baudezernent Andreas Ludwig äußerte sich am Dienstag auf Anfrage unserer Zeitung gelassen zu der Klage-Ankündigung: „Das steht Herrn Hennen zu. Wir sehen in einer städtebaulichen Entwicklungsmaßnahme die einzige Möglichkeit, das Baugebiet Brubacher Hof schnell zu realisieren.“

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