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Brücken zwischen alter und neuer Musik

Brücken zwischen alter und neuer Musik

Von meditativer Obertonmusik über Chorgesang bis hin zu experimenteller Musik für Kinder - Das internationale Festival für aktuelle Klangkunst in der Tufa in Trier von Freitag, 7. Februar, bis Sonntag, 9. Februar, soll den Besuchern zeitgenössische Musik und Klangkunst nahe bringen.

Trier. Den Besuchern zeitgenössische Musik und Klangkunst nahe bringen, Brücken schlagen zwischen alter und neuer, zwischen östlicher und westlicher Musik ist das Ziel des internationalen Festivals für Klangkunst in der Tufa in Trier von Freitag, 7. Februar, bis Sonntag, 9. Februar. "Die Seele berühren!" lautet das Motto und gleichzeitig der Anspruch der Festivalmacher. Die Veranstaltung der Tufa und der Stadt Trier wird vom Ministerium für Bildung, Wissenschaft, Weiterbildung und Kultur Rheinland-Pfalz sowie der Kulturstiftung der Sparkasse Trier unterstützt und findet in Kooperation mit der Gesellschaft für Aktuelle Klangkunst statt.
Schirmherr ist Walter Schumacher, Staatssekretär im Ministerium für Bildung und Kultur Rheinland-Pfalz. Die künstlerische Leitung haben Bernd Bleffert und Thomas Rath.

Freitag, 7. Februar: 18 Uhr: Eröffnung des Festivals und der Klangkunstausstellung "Open-Expo"; 19 Uhr: "Stimmung 1968" von Karlheinz Stockhausen. Ein Werk des westlichen Obertongesangs. Es entstehen - für den Zuhörer scheinbar aus dem Nichts kommend - ganze Obertonmelodien, die wie ein Flirren, ohne konkret auszumachende Quelle, über dem von den Sängern durchgehaltenen Akkord schweben. Ort: großer Saal; 21 Uhr: "Counterpoint" mit Lucia Mense - Wie man den Flöten die Töne beibringt. Counterpoint ist ein spannendes Programm der Kontrapunkte: Blockflöte und Elektronik, Barock und Moderne; 22.30 Uhr: "Sonatas und Interludes" von John Cage. Eine aus der Klangküche des 20. Jahrhunderts stammende Kleinode für präpariertes Klavier. Pianist ist Roland Techet. Zwischen den Saiten des Flügels stecken Schrauben und Bolzen, Radiergummis und Plastikteilchen. Das klingt mal wie Harfe, mal wie Gurgeln oder Japsen.

Samstag, 8. Februar: 18 Uhr: Der Kammerchor Anima Mundi mit zwölf professionellen Sängern hat sich gegründet, um das A-Capella-Repertoire des Mittelalters, der Renaissance und des 20., beziehungsweise 21. Jahrhunderts, zu pflegen. Das Konzert findet im Angela Merici Gymnasium statt; 20 Uhr: Tuba Solo mit Melvyn Poore. Die Befreiung eines Blasinstruments: Die Tuba, dieses imposante, in seiner extremsten Form bis zu 20 Meter lange Instrument, wird durch Melvyn Poore in einer Art und Weise aus ihrem Dornröschenschlaf erweckt wie selten. Ort: großer Saal; 21.30 Uhr: "Zeit nehmen" - traditionelle und neue Musik aus Korea für Zither und Sanduhrtrommel mit Sunhwa Lee und Insoo Kim. Das Spiel von Sunhwa Lee und Insoo Kim auf der Geomungo genannten Zither und der sanduhrförmigen Doppelfelltrommel Changgu lässt eine uralte Tradition aufleben; 23 Uhr: "Ad hoc" - ein improvisierter Abschluss in die Nacht mit Musikern des Festivals.

Sonntag, 9. Februar: 12 Uhr: Telemusik von Karlheinz Stockhausen. Ein Anspruch zur elektronischen Weltmusik mit einem Auftritt von Jugendlichen aus dem Tanzworkshop von Hannah Ma. In dem Tanzprojekt "Telemusik" für Jugendliche geht es um die Verbindung von Stockhausens Komposition mit intuitivem Hören und körperlichem Erfassen von Musik, um Raum und Ton und dessen Überschneidung im tanzenden Körper, Ort: großer Saal; 18 Uhr: "Ludus Globuli" - musikalisches Planspiel von Bernd Bleffert, nach einer Vorgabe des Nikolaus von Kues. Für drei Sänger, Laienchor, vier Instrumentalisten und einen Schlagzeuger. Der Kugelspieler Nikolaus von Kues (1401-1464) hat in einem Spiel eine konkav eingeschnittene Kugel verwendet, die, lässt man sie rollen, keine gerade Bahn mehr zu ziehen in der Lage ist, sondern einer Spiralform folgt und dadurch ein Ziel nicht direkt anvisiert werden kann. Der Wurf der Kugel erzeugt stets neue Kombinationen, die von den Instrumentalisten aufgenommen und an drei Chorgruppen weitergeleitet werden. Durch immer neue Konstellationen ist von allen Akteuren größte Aufmerksamkeit, Spontanität und Improvisationsfähigkeit gefordert. red

Das Festival hält außerdem noch eine Reihe experimenteller Veranstaltungen und Workshops für Kinder und Jugendliche bereit.

Der Festivalpass für alle Veranstaltungen kostet 48 Euro, ermäßigt 32 Euro (inklusive Programmheft). Der Eintritt zu Einzelveranstaltungen kostet ermäßigt sieben, beziehungsweise elf Euro. Tageskarten für Freitag oder Samstag mit jeweils drei Veranstaltungen kosten 26 Euro, ermäßigt 18 Euro. Eintrittskarten gibt es unter der TV-Tickethotline 0651/7199-996, im TV-Service-Center Trier sowie im Internet unter
www.ticket.volksfreund.de