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Brüderkrankenhaus Trier schafft neues Angebot für Epilepsie-Patienten

Gesundheit : Bessere Beratung für Menschen mit Epilepsie

Das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder Trier hat ein neues Angebot für Patienten aus Stadt und Region geschaffen.

Rund fünf Prozent aller Menschen erleiden mindestens einmal in ihrem Leben einen epileptischen Anfall. Kommt es wiederholt zu Anfällen, liegt eine Epilepsie vor – eine Diagnose, die Betroffene vor vielfältige Herausforderungen in Alltag und Beruf stellt. Kompetente Antworten und hilfreiche Kontakte erhalten Ratsuchende nun in der neuen Epilepsieberatungsstelle des Patienten-Informationszentrums (PIZ) im Brüderkrankenhaus Trier.

Die Erkrankung, bei der es sich um eine vorübergehende und in unterschiedlichen Formen auftretende Funktionsstörung im Gehirn handelt, bedeutet einen tiefen Einschnitt ins Alltagsleben, berichtet Wibke Meyer, Krankenschwester und Epilepsie-Fachassistentin. Denn charakteristisch für eine Epilepsie ist, dass die Anfälle oft unvorhersehbar sind. Dass sich dadurch Gefährdungen für die Patienten selbst und andere ergeben, bedeutet für die Betroffenen und ihr soziales Umfeld eine enorme Belastung.

In dieser Situation werden Menschen mit Epilepsie gestärkt und unterstützt durch fundierte und fachlich korrekte Informationen, die über die medizinische Begleitung hinausgehen. Hier setzt die neue Beratungsstelle des PIZ im Trierer Brüderkrankenhaus an: „Patientinnen und Patienten mit Epilepsie und ihre Angehörigen haben gerade in den ersten Monaten nach der Diagnosestellung eine Vielzahl von Fragen, die eben nicht nur Medikamente und die direkte medizinische Behandlung betreffen, sondern vor allem berufliche Bereiche, etwaige Unterstützungsangebote, Selbsthilfegruppen und Fragen zu Tätigkeiten im Privatbereich wie Sport, Familienplanung und weiteres mehr“, berichtet Prof. Matthias Maschke. Der Chefarzt der Abteilung für Neurologie, Neurophysiologie und neurologische Frührehabilitation im Brüderkrankenhaus weiß: Diese Fragen können häufig nicht sehr ausführlich im Kontakt mit dem behandelnden Arzt beantwortet werden. Und „genau für die Fragen zu diesen Bereichen ist eine spezialisierte Epilepsieberatungsstelle sehr wertvoll, zumal sie gegebenenfalls auch andere spezialisierte Stellen wie den Fachintegrationsdienst oder Selbsthilfegruppen hinzuziehen kann.“

Tatsächlich greift das Brüderkrankenhaus mit der neuen und in Eigenregie realisierten Beratungsstelle eine wichtige Forderung der Deutschen Epilepsievereinigung auf. Diese hatte in einer im Oktober 2018 in Trier vorgestellten Resolution die flächendeckende Einrichtung „gesetzlich gesicherter und finanzierter Epilepsie-Beratungsstellen“ gefordert. Eine gesetzliche Regelung der Finanzierung ist derzeit nicht in Sicht. Daher werden die Kosten für die Fachweiterbildung von Wibke Meyer sowie das Beratungsangebot vom Brüderkrankenhaus getragen. Dessen Hausoberer Markus Leineweber sagt: „Über eine bestmögliche medizinische und pflegerische Versorgung hinaus ist es uns ein Anliegen, Patientinnen und Patienten mit chronischen Erkrankungen wie Epilepsie durch zielgerichtete und fachliche Information optimal zu unterstützen, damit diese ein Höchstmaß an Lebensqualität erhalten oder zurückerlangen können.“ Er sei „froh und überzeugt, dass wir mit diesem zusätzlichen Angebot vielen betroffenen Menschen weiterhelfen können und eine Lücke in der bisherigen Beratungslandschaft schließen“.

Diesem Ziel diene die Arbeit des Patienten-Informationszentrums als Ganzes und die neue Beratungsstelle im Besonderen, unterstreicht Leineweber. Der Hausobere würdigt in diesem Zusammenhang den Einsatz der Selbsthilfegruppe für Anfallkranke und Angehörige Trier, kurz SAAT, und namentlich von Stefan Conrad, der bis vor kurzem Bundesvorsitzender der Deutschen Epilepsievereinigung war. „Ohne den beharrlichen Einsatz von Herrn Conrad und ohne das große Engagement unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter aus der Abteilung Neuro­lo­gie und dem PIZ hätten wir das Angebot nicht auf die Beine stellen können.“

Bei einem Online-Meeting von SAAT, in dessen Rahmen Wibke Meyer die neue Beratungsstelle des Brüderkrankenhauses kürzlich vorstellte, schaltete sich überraschend auch die Vizepräsidentin des Europa­parlaments, Dr. Katarina Barley aus Schweich, zu. Sie wünschte dem neuen Angebot viel Erfolg.

Beratungszeiten sind dienstags von
10 bis 13 Uhr und von 14 bis 17 Uhr, außerdem nach Vereinbarung: Telefon 0651/208-981559 oder 208-1520.
Weitere Informationen im Internet
unter www.bk-trier.de