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Brummi-Tüv auf dem Rastplatz

Brummi-Tüv auf dem Rastplatz

Hand in Hand arbeiten deutsche, luxemburgische und französische Behörden bei der Kontrolle von Gefahrgut- und Abfalltransporten. Gestern wurde auf dem Rastplatz Markusberg an der A 64 bei Trier auch eine mobile Tüv-Station eingesetzt.

Trier. Auf dem Parkplatz Markusberg an der A 64 wimmelt es nur so von Ordnungshütern in Grün, Blau und in Zivil: Es sind Beamte verschiedener Polizeistellen, des Landeskriminalamts (LKA), des Verkehrsministeriums, des Zolls, des Bundesamts für Güterverkehr (BAG), der französischen und luxemburgischen Gendarmerie sowie Feldjäger der Bundeswehr. Ihr Job: die Kontrolle von Abfall- und Gefahrguttransportern sowie von Bussen.

Hubschrauber inspiziert Ladung von oben



Bevor das Großaufgebot der Ordnungshüter am Boden zum Einsatz kommt, hat die Besatzung eines Polizeihubschraubers bereits aus luftiger Höhe mögliche "Kandidaten" erfasst. So auch zwei orangefarbene Transporter mit Luxemburger Kennzeichen, die Eisenbahnschwellen geladen haben. Sie werden am Rastplatz Markusberg herausgewunken und durchlaufen eine technische Prüfung ähnlich wie beim Tüv: Bremsen, Beleuchtung, Lenkungsspiel, Radlager, Abgasprüfung, Gewichtskontrolle - die Prüfer Claude Weyrich und Harry Daemen schauen genau hin. Sie testen die Lastwagen auf ihrer mobilen Kontrollstation, einem 500 000 Euro teuren Prototyp aus Luxemburg. "Abgefahrene Reifen und defekte Bremsen sind die häufigsten Mängel", sagt Harry Daemen und begutachtet die Prüfungsergebnisse auf dem Laptop: Es ist alles im grünen Bereich.

Eine Station weiter beäugt Winfried Flick von der Polizeiinspektion Birkenfeld kritisch die Ladung. Müssen die mit Holzschutzmitteln getränkten Bahnschwellen nicht als Gefahrgut eingestuft werden? Der Spediteur hat sie lediglich mit "A" für normalen Abfall gekennzeichnet. Jetzt kommt das Chemikalien-Gesetz ins Spiel; da kennt sich der Experte vom Landeskriminalamt bestens aus. Er gibt Entwarnung: Die Schwellen sind älter als 20 Jahre und gelten deshalb als Abfall.

Keine Probleme mit Verständigung mit Fahrern



Polizist Flick schätzt die internationale Teamarbeit: "Wir können fast alles an Ort und Stelle klären und haben auch keine Verständigungsprobleme mit den Fahrern."

Während ihre Brummis inspiziert werden, warten die Fahrer geduldig. Wenigstens geht das im Freien, das sommerliche Wetter meint es gut mit ihnen. Dennoch Ärger über die verlorenen Zeit? "Die machen nur ihren Job", sagt Jürgen Brückner, der Möbel von Langenfeld nach Lyon transportiert hat und nun auf dem Rückweg ist. Dabei hätte er allen Grund, unzufrieden zu sein. Die Polizei bezweifelt, dass das Führerhaus für fünf Personen zugelassen ist. "Wir haben es extra umbauen lassen", sagt Brückner, es sind ja auch fünf Gurte da.

Ein PS zu viel: Pferd im Kombi transportiert



Unregelmäßigkeiten ergeben sich derweil beim Check der digitalen Fahrerkarte (vormals Tacho-Scheibe) eines spanischen LKW-Fahrers. Für mehrere Tage bleibt der Nachweis offen. So ein Verstoß gehört für Einsatzleiter Günter Scalla vom Polizeipräsidium Trier zu den Routinefällen. Am Vortag, als die A 1-Rastplätze in Hetzerath und Rivenich Schauplätze von Kontrollen waren, gab es gleich zwei dicke Vergehen: In einem Peugeot-Personenkombi wurde ein Pferd 200 Kilometer weit transportiert, nachdem der Zirkuswagen mit einer Panne liegengeblieben war. Und dann zogen die Beamten noch einen Mann aus dem Verkehr, der einen 40-Tonner lenkte - unter Drogen, wie sich herausstellte.