1. Region
  2. Trier & Trierer Land

Buchbinder, Holzschnitzer und Einseifer zeigen ihre Kunst

Buchbinder, Holzschnitzer und Einseifer zeigen ihre Kunst

Arbeiten heute und Arbeiten früher: Beim 34. Handwerkermarkt in Trier haben viele Menschen gezeigt, wie viel Liebe zum Detail in ihren fertigen Stücken steckt - und das an einer Rekordzahl von Ständen.

Trier. Martinus Janssen ist gekleidet wie ein Patrizier aus dem 17. Jahrhundert. Der Niederländer trägt eine Hose wie Till Eulenspiegel, einen weißen Rauschebart und schwere Klumpen am Fuß, die früher Kuhmaulschuhe genannt wurden. Genauso wie in der damaligen Zeit bindet Janssen auch noch Bücher - mit einem dicken Holzumschlag, Leder und einer Kordel. "Sieben Tage dauert es, auf diese Weise ein Buch zu binden. Heute schaffen moderne Maschinen 10 000 Bücher in einer Stunde", sagt Janssen, der auf dem 34. Handwerkermarkt in Trier in einem der 112 Stände steht, auf denen das Handwerk der Gegenwart und auch der Vergangenheit demonstriert wird.
So ist das Gebiet um die Porta Nigra und den Simeonsplatz zwei Tage lang in der Hand von Schmieden mit glühenden Eisen, Seifenherstellern mit ihren Düften und alten Buchbindern. So wie Janssen. Fasziniert verfolgen die Menschen um ihn herum, wie er mit einem kiloschweren Hobel so sorgfältig das Buch bearbeitet, dass jede Seite gleich lang ist. Am Ende schnürt er das Werk sorgfältig in Leder.
Markt-Organisator Torsten Kaiser von der Handwerkskammer in Trier gefallen gerade solche Vorführungen besonders. Er möchte den Markt noch weiter ausbauen: "Wir wollen in der Zukunft noch mehr dahin kommen, dass die Besucher einen wirklichen Blick auf die Arbeit werfen können und so vom Handwerk gefesselt werden." flor