Bücher als Kunstwerke

Rund 60 Aussteller zeigten auf der Buchkunstmesse in der Aachener Straße seltene Bücher, Papiere und Einbände. Der "Schwarzmarkt Trier" war ein besonderes Event für alle Buchkunst-Liebhaber.

Trier. In einer Welt, in der immer mehr Literatur mit Hilfe von E-Books und Tablet-PCs konsumiert wird, gibt es noch Menschen, die sich der alten Buchdruckkunst widmen. Auf der ersten Trierer Handpressenmesse hatten die Besucher an zwei Tagen bei freiem Eintritt die Gelegenheit, der Bezeichnung "Büttenpapier" auf den Grund zu gehen, kunstvoll gestaltete Bücher zu erwerben oder in verschiedenen Workshops und Vorträgen viel über Buchkunst zu lernen.
Initiator Bernhard Maria Müller ist stolz, dass er und seine Mitstreiter rund 60 namhafte Künstler, Grafiker, Illustratoren, Buchbinder und Verlagsmitarbeiter gewinnen konnten, um in Trier ihre Arbeit vorzustellen. Darunter Johannes Follmer aus Homburg am Main, der in der fünften Generation in seiner Papiermanufaktur hochwertiges Büttenpapier herstellt. Auf dem "Schwarzmarkt" können die Besucher ihm über die Schulter schauen.
Auch die Kunst des Papiermarmorierens wird vorgestellt. Sebastian Fusenig aus Bernkastel staunt: "Das ist das erste Mal, dass ich so etwas live sehe. Man ist sich nicht bewusst, was das für eine Arbeit ist." Seine beiden Bögen Handmarmorpapier, die er soeben erworben hat, wird er zu Hause gerahmt an die Wand hängen.
Karin Burlebach aus Kall nimmt einige kunstvolle Postkarten von der Messe mit. "Aus Platzgründen muss ich mich für kleinere Formate entscheiden, ich kaufe leidenschaftlich gerne Kunst und die Messe macht einfach Spaß."
John Gerard aus Rheinbach bei Bonn ist einer der wenigen Gestalter von Kunstbüchern, die das Papier selbst schöpfen. "Ich benutze das Papier als Bild", erklärt er. Was wie gemalt aussieht, entsteht beim Vorgang des Schöpfens. Anschließend wird es mit poetischen Texten und Gedichten aufwendig gestaltet und in kleinsten Auflagen von 10 bis 25 Stück verkauft. Mehrere Hundert Euro sind solche Kunstwerke wert.
Ganz anders sehen die Bücher von Astrid Haas aus Kaiserslautern aus, nachdem sie sie mit einem Skalpell bearbeitet hat. Sie verwendet vor allem Werke wie Brehms Tierleben oder Botanikbücher, aus denen sie die Illustrationen freischneidet. Diese filigranen Kunstwerke sind als Wandschmuck gedacht.
Bernhard Maria Müller und sein Kollege David Pensé sind am Ende des zweiten Tages über die große Resonanz von über 1000 Besuchern überwältigt. "Wir werden diese Veranstaltung auf jeden Fall wiederholen." kap