Bücher führten sie zusammen
Zwischen Büchern lernten sie sich kennen. Und mit Büchern ist ihr Lebensweg eng verbunden. Die Historikerin Hiltrud Merten und der Bibliothekar Jürgen Merten können sich ein Leben ohne Bücher nicht vorstellen.
Trier. Wer sich mit der Geschichte Triers beschäftigt, wird ihre Bekanntschaft machen. Und wenn nicht persönlich, dann doch in Buchform. Kein Wunder, dass es die Bücher über die Stadtgeschichte waren, die sie zusammenführten. In der Bibliothek des Rheinischen Landesmuseums begann der gemeinsame Lebensweg von Hiltrud und Jürgen Merten, der Althistorikerin und des Bibliothekars.Hiltrud Merten, gebürtige Triererin, machte ihr Abitur am Angela-Merici-Gymnasium. "Eigentlich wollte ich danach zum Theater." Deshalb begann sie mit 19 Jahren eine Ballett-Ausbildung. Bis vor rund zwei Jahren tanzte sie regelmäßig, anfangs bei Marianne Hilger-Lee, später im Stadttheater. Die Bühne erschien den Eltern nicht zukunftssicher, und so entschied sich Hiltrud Merten fürs Studium. Um sich den Weg zum Theater offen zu halten, wählte sie Germanistik als Hauptfach, dazu noch Geschichte. Schnell begeisterte der Althistoriker Professor Heinz Heinen die Studentin so, dass sie Archäologie als Schwerpunkt wählte. Regelmäßig führten die Wege sie nun in die Bibliothek des Landesmuseums. Und dort tauchte im Februar 1980 Jürgen Merten auf. Geboren in Thalfang, hatte er am Thomas-Morus-Gymnasium in Daun sein Abitur gemacht, war dann zur Bundeswehr und an die Kölner Fachhochschule für Bibliotheks- und Dokumentationswesen gegangen. Seine erste Stelle trat der Diplom-Bibliothekar in Jülich an, in der Bibliothek der Kernforschungsanlage. "Die Arbeit dort hat mir nicht so zugesagt. Heilfroh war ich, als ich von der Neubesetzung der Stelle im Trierer Landesmuseum erfuhr." 1983 heirateten der "Herr über 100 000 Bände" und die Historikerin. Sie erhielt im Landesmuseum die Gelegenheit, im Trierer Jubiläumsjahr 1984 Führungen durch Museum und Stadt zu leiten. "Da verdanke ich unserem damaligen Direktor Heinz Cüppers eine Menge. Die Führungen waren die beste Schule, weil man sich ständig auf neue Situationen einstellen muss." Von 1987 bis 1989 war sie zwei Jahre lang als ABM-Kraft für das Denkmalamt Saarbrücken tätig, bevor Sohn Hanno die Mama wieder in Trier "beschäftigte". Im Herbst 1991 suchte das Bischöfliche Museum Hilfe beim Aufbau der Jesuiten-Ausstellung. "Ich war zur rechten Zeit am rechten Ort", und so erhielt Hiltrud Merten den "Job" für zwei Jahre. Auch danach meinte es das Schicksal gut mit der jungen Familie: Zur Auswertung der Funde aus den Grabungen auf dem Domfreihof wurde eine Stelle geschaffen, die seit 1995 von der Deutschen Forschungs-Gemeinschaft finanziert wird. 1998 kam Töchterchen Viola zur Welt.In zwei Bänden hat Hiltrud Merten eine Vielzahl von Funden bearbeitet. Band drei wird 2010 vorgelegt. Merten, der auch Leiter der Redaktion der "Trierer Zeitschrift" ist, beeindruckt besonders die Geschichte der Altertumsforschung. "Es ist erstaunlich, was vor Jahrzehnten über Triers Altertümer erforscht wurde", sagt Jürgen. Und was lesen die Mertens in der Freizeit? Hiltrud begeistert sich für Thomas Mann und sein Werk. Und Ehemann Jürgen liebt Krimis mit Tiefgang. "Es liegt immer ein Buch auf dem Nachttisch."