Bügel für Drahtesel

Was machen mit dem Geld aus dem Ortsbeiratsbudget 2010? Über die verfügbaren Mittel gingen die Anliegen des Ortsbeirats von Trier-Süd bei der jüngsten Zusammenkunft weit hinaus.

Trier-Süd. (LH) Geordnet und witterungsgeschützt sollen die Fahrräder am Trierer Südbahnhof abgestellt werden können. Erstrebenswert für den Ortsbeirat der Süd-Stadt außerdem: Möglichst jeder sollte in den Genuss eines Abstellplatzes kommen. Um dies zu erreichen, verständigte sich das Ortsparlament in seiner jüngsten Zusammenkunft unter dem Vorsitz von Ortsvorsteherin Jutta Föhr (SPD) darauf, sich einem Vorhaben der Verwaltung anzuschließen. Das sieht unter der Eisenbahnbrücke am Leoplatz (Gaststättenseite) eine längere Bügelanlage vor, die unmittelbar vor dem Widerlager des Bauwerks installiert werden soll.

Bis zu 5000 Euro würde der Rat dazu beisteuern, genauso wie es der Nachbar-Ortsbeirat von Heiligkreuz (50 Prozent-Regelung) beschlossen hatte (der TV berichtete). Einziger Vorbehalt: Vor Ausführung möchte der Rat die konkreten Planungen sehen.

Ebenfalls einstimmig beschlossen wurde ein Zuschuss von 2000 Euro für den Anstrich der Medard-Kapelle. Der Anstoß kam vom aufgelösten Männergesangverein Medard, der 2000 Euro aufbringen will.

Zunächst nur ein "lockerer Gedanke": Eine Skater-Anlage unter der Konrad-Adenauer-Brücke. Vorteil: Die Jugendlichen hätten ein Dach über dem Kopf. An der Stelle treffen drei Ortsbezirke (Trier-Süd, -West und -Euren) zusammen. Würden sich alle drei Ortsbeiräte dafür aussprechen, könnte ein höherer Betrag und damit eine attraktive Anlage vorgesehen werden.

Unter die Arme greifen möchte der Ortsbeirat der Barbara-Grundschule. Über zehn Jahre alt seien die Computer der Schule, klagte Lehrerin Heidrun Kiefer, ein zeitgemäßer Unterricht damit nicht mehr möglich. Zehn neue Rechner bräuchte die Schule. Fördern möchte der Rat die Anschaffung mit 5000 Euro.

Bis zu 5000 Euro sollen für Fahrradständer an der Bushaltestelle Hohenzollernstraße/Pacelliufer bereitgestellt werden. Vielleicht reiche das Geld auch noch für zwei Ruhebänke. Viele der von hier aus mit dem Bus nach Luxemburg reisenden Fahrgäste kämen mit dem Fahrrad. Eine Abstellmöglichkeit bestehe nur durch Anketten an Pfosten von Verkehrsschildern, sagte Anja Matatko (Bündnis 90/Die Grünen).

Leider sei man beim Jugendraum noch nicht weitergekommen mit der Verwaltung, bedauerte Ortsteilchefin Jutta Föhr "das Bohren dicker Bretter". Je unkonkreter eine Maßnahme vom Rat beschrieben werde, desto leichter habe es die Verwaltung, das Anliegen auf die lange Bank zu schieben. Das werde bei diesem Thema besonders deutlich, hieß es fraktionsübergreifend. Ohne "Nachhaken läuft gar nichts". Sven Teubers (SPD) Erfahrung, dass mal was "zack, zack" über die Bühne gehe, funktioniere überhaupt nicht.