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Bürger dürfen Wünsche für einen lebenswerteren Palastgarten in Trier nennen

Bürgerbegehung : Sicherheitsgefühl im Trierer Palastgarten: Mit mehr Lampen allein ist es nicht getan

Angstraum bei Nacht: Palastgarten Trier

Am Trierer Palastgarten scheiden sich die Geister. Für die einen ist er ein Angstraum, für die anderen ein Treffpunkt. Nun sind die Bürger gefragt, wie der Park für alle Menschen zu einem Wohlfühlort werden kann.

Es ist wieder Mallorcapartyzeit im Palastgarten. Eine Gruppe junger Menschen steht am Durchgang durch die mittelalterliche Stadtmauer Richtung Unterführung Hermesstraße und lässt sich vom 1995er-Sommerhit „Captain Jack“ beschallen. Die Feiernden sind weder aggressiv noch wirken sie so, als ob sie einem unbedingt irgendwelche Drogen verkaufen wollen. Allenfalls der Musikgeschmack lässt zu wünschen übrig. Und doch sind sie mit ein Grund dafür, dass viele Menschen die Parkanalge zwischen Kurfürstlichem Palais und Kaiserthermen-Museum in der Dunkelheit meiden. Das soll sich ändern.

Aus polizeilicher Sicht ist der Palastgarten kein sonderlich heißes Pflaster (siehe Info). Das sagt Polizeidirektor Ralf Krämer, der gemeinsam mit interessierten Bürgern auf abendlicher Erkundungstour ist. Rund 50 Interessierte sind der Einladung des Kriminalpräventiven Rats der Stadt Trier gefolgt.

In Gruppen geht es auch in die dunklen Ecken des Areals. „Hier würde ich normalerweise um die Uhrzeit nicht entlanggehen“, sagt eine Seniorin beim Gang über den Weg an der Stadtbibliothek entlang. Und nicht nur Frauen geht das so. „Es würde mir nicht im Traum einfallen, nachts hier durchzugehen“, sagt etwas später auch ein männlicher Teilnehmer.

Die Veranstaltung unter dem neuen Leitsatz „Du. Wir. Trier.“ des Kriminalpräventiven Rats hätte genauso gut unter dem Motto „Mehr Licht“ stehen können. Und das gilt nicht nur für die beiden defekten Lampen am Weg entlang der Stadtmauer. Gleich mehrfach wird bei der Zusammenfassung der Gruppenergebnisse die Idee aufgebracht, dass es ein oder zwei wirklich gut beleuchtete Routen durch den Park geben soll. Und die sollten nicht an Grenzen des Palastgartens enden. Im Bereich zwischen Stadtmauer und Unterführung Hermesstraße leuchtet an diesem Abend noch nicht einmal die kleinste Funzel.

Es geht jedoch nicht nur ums Licht. Gefühlt ähnlich alt wie die Porta Nigra ist die Forderung nach mehr Mülleimern. Am besten fest installierte, die nicht aus Versehen oder aus Mutwillen heraus umgeschmissen werden. Und feste Grillstationen wären auch nicht schlecht. Das würde den Müll durch Einmalgrills eindämmen. Und das Thema Toiletten ist ebenfalls so alt wie offensichtlich nicht zufriedenstellend gelöst.

 Gesprochen jedoch nicht nur über feste Installationen. Der Quergarten auf dem Platz zwischen Kreisverwaltung und Kurfürstlichem Palais hat einigen Teilnehmern so gut gefallen, dass sie sich mehr Veranstaltungen im Palastgarten wünschen. Das würde das Areal auch abends beleben und dafür sorgen, dass sich dort auch Menschen in den Abend- und Nachtstunden aufhalten. Ob es an Corona, fehlenden Ideen oder fehlender Nachfrage liegt. Als Veranstaltungsraum ist der Palastgarten eher untergenutzt.

Alle Anregungen des Abends sollen nun zusammengeführt und aufbereitet werden. Was möglich ist und nicht, muss am Ende laut Polizeidirektor Krämer der Stadtrat Trier klären. Was er an diesem Abend klären kann ist die Frage nach einer Videoüberwachung des Palastgartens. Die werde es nicht geben. Denn auch wenn Menschen den Bereich meiden, passierten dort nicht so viele Straftaten, die eine Überwachung via Kameras rechtfertigen.

Und während die meisten Besucher nach einem letzten Glas Wein nach Hause eilen – nahezu niemand geht durch den Palastgarten – ist auch die Mallorcaparty offensichtlich vorbei. Stattdessen wird gesungen. Von Menschen, die dort friedlich zusammensitzen und für die der Palastgarten alles andere als ein Platz ist, den man meiden sollte.

 Wie sicher fühlen sich Menschen nachts im Trierer Palastgarten? Dieser Frage ist der Kriminalpräventive Rat mit einer Bürgerbegehung nachgegangen..
Wie sicher fühlen sich Menschen nachts im Trierer Palastgarten? Dieser Frage ist der Kriminalpräventive Rat mit einer Bürgerbegehung nachgegangen.. Foto: TV/Andreas Sommer

Seine Anregungen für den Palastgarten können Interessierte im Internet auf einer interaktiven Karte (mapme.com) äußern. Es soll zudem auch die Möglichkeit geschaffen werden, sich per Brief an der Aktion zu beteiligen.