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Bürger wollen mehr Informationen

Bürger wollen mehr Informationen

Die geplante Reaktivierung der Schienentrasse im Westen Triers zählt aktuell zu den wichtigsten Großprojekten in der Region. Ein Projekt des Fachbereichs Politikwissenschaft an der Universität Trier untersucht, wie gut die Bürger über das Projekt informiert sind.

Trier. "Die Befragungen haben Menschen aus unterschiedlichsten Berufen, Altersklassen und Stadtteilen Triers erreicht", sagt Stefan Henn. Der wissenschaftliche Mitarbeiter ist verantwortlich für das aktuelle Projekt der Politikwissenschaft an der Universität Trier. Unter der Leitung von Wolfgang Lorig, Professor für Politikwissenschaft, soll untersucht werden, wie gut die Trierer über die geplante Reaktivierung der Westtrasse informiert sind.
Dazu wurden verschiedene Bürger im Westen Triers nach dem Zufallsprinzip befragt, ergänzt durch eine Online-Befragung. Der Hintergrund für diese Untersuchungen sei auch der Streit um Stuttgart 21 gewesen, so Henn. Hier sei die Frage aufgekommen, wie Bürger und Interessenvertreter in die Entscheidungsprozesse eines Großprojekts eingebunden werden sollten.
Vor allem der Online-Fragebogen sei von ganz verschiedenen Menschen ausgefüllt worden, darunter auch 17 Prozent Befragte, die nicht im Stadtgebiet Trier wohnen. In dem Fragebogen wurden Beruf und Wohnort der Menschen berücksichtigt. Bei der direkten Befragung wurden außerdem Alter und Geschlecht erfasst. Mit dem Projekt soll neben dem Nutzen für Trier auch getestet werden, wie solche Befragungen bundesweit bei öffentlichen Großprojekten eingesetzt werden können. Deshalb seien in dem Online-Fragebogen andere Fragetypen genutzt worden, als in der direkten Befragung, erklärt Henn. Zusätzlich seien auch mehrere Experteninterviews geführt worden. Dabei haben die Beteiligten der Studie unter anderem mit der Industrie- und Handelskammer Trier, der Handwerkskammer Trier der Bürgerinitiative Trier-West/Pallien und Gastronomen am Zurlaubener Ufer gesprochen. Auch deren Position soll in der Studie berücksichtigt werden.
Laut Henn sei nach der Befragung noch eine weitere Studie vorgesehen. Hierbei soll die Durchsetzungsfähigkeit verschiedener Stadtteile bei Entscheidungen über kommunale Projekte untersucht werden.
Der Online-Fragebogen soll als Ausweitung der Befragung vor allem zu Informationen führen, ob das Projekt Westtrasse in den einzelnen Stadtteilen Triers unterschiedlich wahrgenommen und bewertet wird, erklärt Henn. Bürger und Experten hätten in den Befragungen auf geringe Informationen über das Projekt hingewiesen. "Interessant dürfte auch sein, dass die befragten Bewohner außerhalb der Stadt Trier den reaktivierten Öffentlichen Personennahverkehr auf der Westtrasse eher nutzen möchten als beispielsweise die Befragten in den westlichen Stadtteilen."