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Bürger wollen Sportplatz behalten

Bürger wollen Sportplatz behalten

Die geplante Aufgabe des Isseler Sportplatzes stößt nach wie vor auf Widerstand. Dies wurde auch in einem Gespräch zwischen Bewohnern, Verwaltung und dem Vorstand des TuS Issel deutlich. Tenor: Wenn der TuS seinen Sportbetrieb nach Schweich verlegen will, ist dies seine Sache. Auf jeden Fall aber soll der Isseler Platz erhalten bleiben und nicht überbaut werden.

Bürger wollen Sportplatz behalten
Foto: Friedhelm Knopp

Schweich-Issel. Der Schweicher Stadtrat hatte im Mai beschlossen, den sanierungsbedürftigen Sportplatz in Issel aufzugeben und die Fläche als Bauland zu verkaufen. Als Ersatz sollen aus dem Verkaufserlös und mit Fördergeldern des Kreises neben der neuen Schweicher Kampfbahn Typ C (fest nach Din definiert: 4 Bahnen, Gesamtlänge des Sportfeldes 167,15 Meter) am Schulzentrum ein Fußball-Kleinspielfeld für Trainingszwecke und ein Sanitärgebäude entstehen (TV vom 30. Mai). Diese Planung ist auch im Sinne des TuS Issel, der seinen Trainings- und Spielbetrieb schon heute weitgehend nach Schweich verlagert hat.

Gegen den Plan, den alten Platz aufzugeben und ihn als Bauland zu verkaufen, regte sich in Issel jedoch deutlicher Widerstand. Insbesondere Eltern von fußballbegeisterten Jungen und Mädchen protestierten und sammelten Unterschriften. Ihr Hauptargument: Die Isseler Anlage sei der sicherste Platz. Und wo sollten die Kinder in Issel künftig bolzen gehen? Der entfernte Platz in Schweich sei kein Ersatz (TV vom 14. Juli).

Bei dem Gespräch in der ICV-Halle, zu dem Stadtbürgermeister Otmar Rößler und Ortsvorsteher Kurt Heinz eingeladen hatten, wurden im Wesentlichen die bereits bekannten Standpunkte ausgetauscht. In einer sehr detaillierten Darstellung wiederholte der TuS-Vorstand seine Gründe, den Sportbetrieb nach Schweich zu verlegen. Eine "verkürzte Fassung" hatten TuS-Geschäftsführer Jürgen Schmitt und Vorsitzender Ferdinand Porten bereits in einem öffentlichen Gespräch mit dem Ortsbeirat Issel vorgetragen (TV vom 2. September).

Seine weitläufigen Ausführungen zum Warum und Weshalb hätte sich der TuS-Vorstand beim Bürgergespräch in der ICV-Halle jedoch sparen können. Die teilnehmenden Isseler wussten sehr wohl zu trennen zwischen den Vereinsinteressen und der Absicht der Stadt, das Sportplatz-Areal als Wohngebiet zu erschließen.

"Es geht hier gar nicht um die Erfordernisse des TuS - wir wollen doch nur, dass der Platz erhalten bleibt. Unsere Kinder brauchen einen Platz, den sie leicht zu Fuß erreichen können", argumentierten die Anwohner. "Ist es denn dringend erforderlich den Platz als Bauland zu verkaufen, nur weil der TuS ihn nicht mehr nutzen will?" lautete die allgemeine Frage.

Die Argumente gingen offenbar auch an Stadtbürgermeister Rößler nicht vorbei. "Ich bin für alles offen und sauge die Argumente für spätere Gespräche in mich auf", sagte Rößler. Ortsvorsteher Heinz versprach, das Gesagte und Gehörte mit in die Beratungen zu nehmen.

Meinung

Eine Möglichkeit zum Rückzug

Kommt nun doch noch Bewegung in die Sache? Ist ein Umdenken in Sachen "Sportplatz-Aufgabe" noch möglich? Vielleicht kann sich der Wechsel an der Schweicher Stadtspitze für die Isseler Sportplatz-Befürworter als Glücksfall erweisen. Der Grundsatzbeschluss zur Aufgabe des Platzes war noch vor der Zeit von Stadtbürgermeister Otmar Rößler gefallen. Der "Neue" hatte die Entscheidung nicht mitgetragen, noch war er in irgendeiner Weise an der Entstehung dieses Plans beteiligt. Dasselbe gilt für eine Reihe neu gewählter Ratsmitglieder. Dies wiederum erleichtert den möglichen Rückzug. Offen bleibt dann die Frage, wie das in Schweich vorgesehene Übungsspielfeld nebst neuem Sanitärgebäude ohne den Verkauf der Isseler Flächen finanziert werden soll. Obwohl: Lässt sich das noch grüne Areal an der Straße Zum Meulenwald überhaupt zum erforderlichen Preis verkaufen? f.knopp@volksfreund.de