1. Region
  2. Trier & Trierer Land

bürgermeisterwahl verbandsgemeinde trier-land

Kommune : Neue Bewerber brauchen Unterstützer

Drei Aspiranten für den Posten des Bürgermeisters der Verbandsgemeinde Trier-Land gibt es schon. Weitere Interessenten können sich noch melden. Sie brauchen aber Unterstützer.

Drei Männer haben es bereits getan. Lothar Zengerling (CDU), Michael Holstein (Freie Wähler) und Matthias Wagner (SPD) machten ihre Kandidatur für das Amt des Bürgermeisters der Verbandsgemeinde Trier-Land bereits vor einigen Monaten öffentlich. Sie werden jeweils von einer der im Verbandsgemeinderat vertretenen Fraktionen unterstützt. Nur die Grünen haben bisher noch niemand gesucht oder gefunden, der Nachfolger von Wolfgang Reiland werden will. Der hat am 28. Februar 2019 seinen letzten Arbeitstag. Reilands Nachfolger wird am 1. März kommenden Jahres die Amtsgeschäfte übernehmen. Das hört sich nach viel Zeit an, um einen Kandidaten zu finden. Doch es gibt eine Menge von Formalitäten, die eingehalten werden müssen.

Bürgermeister werden kann in der Verbandsgemeinde Trier-Land so ziemlich jeder. Der in der jüngsten Sitzung des Verbandsgemeinderats verabschiedete Ausschreibungstext lässt viel Spielraum: Er oder sie muss Bürger(in) eines EU-Mitgliedstaats sein und einen Wohnsitz in Deutschland haben. Ähnlich wie bei dem in Trier wohnenden Amtsinhaber gibt es keine Pflicht, in einer der elf Gemeinden der VG zu wohnen. Der Bewerber muss am Wahltag zudem mindestens 23 Jahre alt und jünger als 65 sein. Nicht gewählt werden kann jemand, wenn er durch ein Gerichtsurteil das Wahlrecht und somit die Wählbarkeit verloren hat, er oder sie dauerhaft auf einen Betreuer angewiesen ist, er oder sie sich aufgrund einer Verurteilung in einem psychi­atrischen Krankenhaus befindet.

Und was muss die neue Bürgermeisterin können oder welche Ausbildung sollte der neue Bürgermeister haben? Dazu gibt es keine Auskunft. Im Ausschreibungstext heißt es dazu nur, dass eine „engagierte, zielstrebige und verantwortungsbewusste Persönlichkeit“ gesucht wird. Diese soll mit den kommunalen Gremien vertrauensvoll zusammenarbeiten und den Kontakt zu den Bürgern und der Wirtschaft pflegen. Theoretisch muss ein Bürgermeister also noch nicht einmal einen Schulabschluss vorweisen oder Verwaltungserfahrung haben. Gleichwohl dürften entsprechende berufliche Erfahrungen nützlich sein. Der Welschbilliger Lothar Zengerling ist beim Finanzamt Trier tätig, der Kordeler Michael Holstein ist Pädagoge, der Langsurer Mattias Wagner arbeitet bei der Verbandsgemeindeverwaltung Trier-Land.

Zu erledigen sind die Aufgaben eines Bürgermeisters nicht in einer 40-Stunden-Woche. Neben der Arbeit als Chef der Verwaltung mit Standorten in Trier (Verbandsgemeindeverwaltung)  und Trierweiler (Technisches Dienstleistungszentrum) gehören Besuche von Ratssitzungen und jede Menge Repräsentationstermine auch am Wochenende zum Programm. Im Gegenzug erhält der Bürgermeister eine entsprechende Besoldung. Die liegt in den ersten zwei Jahren ausgehend von der aktuellen Tabelle inklusive Dienstaufwandsentschädigung bei knapp 7800 Euro. Ab dem dritten Jahr kann die Besoldung von Stufe B 3 auf B 4 steigen. Dann gibt es rund 8100 Euro monatlich.

 Michael Holstein
Michael Holstein Foto: Rainer Langer Photographie
 Matthias  Wagner
Matthias Wagner Foto: h_tl <h_tl@volksfreund.de>
 Lothar Zengerling
Lothar Zengerling Foto: Helmut Thewalt

Wer an dieser Stelle nun der Meinung ist, der passende Kandidat zu sein, der braucht noch einige andere Bürger, die das ebenso sehen. Denn er muss als Einzelbewerber 120 Wähler aus der Verbandsgemeinde finden, die das auch so sehen und die Kandidatur unterstützen. Sind genügend Unterschriften gefunden, müssen alle Unterlagen bis zum 16. April um 18 Uhr bei der Verbandsgemeindeverwaltung im Briefkasten sein. Dieser Tag liegt 48 Tage vor dem ersten Wahltermin am Sonntag, 3. Juni. Sollte dann keiner der Bewerber die absolute Mehrheit der Stimmen erreichen, geht es ähnlich wie Ende 2017 in der Verbandsgemeinde Ruwer in die Stichwahl. Die würde am Sonntag, 17. Juni, stattfinden.