Bummeln statt Geschenke: Regen trübt Kauflaune am verkaufsoffenen Sonntag in Trier - China-Kracher am Viehmarkt

Bummeln statt Geschenke: Regen trübt Kauflaune am verkaufsoffenen Sonntag in Trier - China-Kracher am Viehmarkt

Das regnerische Wetter hat offensichtlich viele Menschen davon abgehalten, am verkaufsoffenen Sonntag in Trier shoppen zu gehen. Auf dem Weihnachtsmarkt und in den Cafés war der Besuch gut. Die Polizei sucht Jugendliche, die auf dem Viehmarkt China-Kracher hochgehen ließen.

Dekoratives Weihnachtsmotiv an einem Stand auf dem Hauptmarkt. Foto: Friedemann vetter (Ve._), Friedemann Vetter ("TV-Upload vetter"
In den Geschäften war es am Samstag voller als am verkaufsoffenen Sonntag. Foto: Friedemann vetter (Ve._), Friedemann Vetter ("TV-Upload vetter"
Ein Weihnachtsmann schaut beim Sterntaler-Markt am Brunnenhof vorbei. Foto: Friedemann vetter (Ve._), Friedemann Vetter ("TV-Upload vetter"

Albrecht Thul vom Tee-Haus weiß, wie Weihnachtsmärkte ticken: "Die erste Woche ist ruhig, die zweite belebt, in der dritten geht der Punk ab und die vierte ist gigantisch." Der Trierer Weihnachtsmarkt hat nun eine Woche geöffnet, und man kann in der Tat sagen, dass es noch Luft nach oben gibt.

"Der Auftakt war verhaltener als im letzten Jahr, sagt Thomas Vatheuer, Sprecher des Trierer Weihnachtsmarkts. Das führt er aber auch aufs regnerische Wetter zurück. Gestern, am verkaufsoffenen Sonntag, waren die Weihnachtsmärkte auf dem Hauptmarkt und am Domfreihof zwar gut besucht, aber nicht so stark wie am Freitag und Samstag. Da war auch der Handel zufrieden. Den ersten Advent hätten die Leute eher zum Bummeln und zur Orientierung für Geschenkideen genutzt, sagt Gerd Guillaume, Vorsitzender der City-Initiative Trier.

Für kurzzeitige Aufregung sorgten gestern Nachmittag mehrere Knallgeräusche auf dem Viehmarktplatz. Passanten hatten die auf dem Weihnachtsmarkt patroullierenden Beamten darauf aufmerksam gemacht. Wie die Innenstadtwache auf TV-Anfrage mitteilt, hatten Jugendliche gegen 15 Uhr am Durchgang zum Thermenmuseum China-Kracher gezündet. Als die Polizei auftauchte, war niemand mehr zu sehen. "Die Ermittlungen laufen", sagt ein Polizeisprecher. Wie sehr die Nerven nach den Terroranschlägen von Paris angespannt sind, zeigte sich erst am Freitag in Trier, als Knallgeräusche an den Berufsbildenden Schulen einen Amok-Fehlalarm und einen Großeinsatz von Polizei und Rettungskräften auslösten.

Polizeipräsenz - das wird in diesen Tagen auch in der Trierer City demonstriert. Am Samstag verstärkten Kollegen aus Frankreich, Luxemburg und der Bundespolizei die etatmäßigen Weihnachtsmarkt-Streifenpolizisten aus Trier. Am Adventssonntag waren auch Zollbeamte unterwegs. "Wir fühlen uns hier sicher", sagt Teehändler Albrecht Thul, "aber wir halten auch die Augen auf."

Viel Spaß auf dem Weihnachtsmarkt hatten ein Dutzend Schuhverkäuferinnen aus Schwetzingen (Nordbaden). Mit dem Erlös ihrer Trinkgeldkasse machten sie sich am Sonntag einen schönen Tag in Trier: "Das Flair der Stadt ist einzigartig", meint eine Teilnehmerin. Nadine Folscheid aus Fichten (Luxemburg) ist eigens wegen des Kerzenstandes auf dem Weihnachtsmarkt nach Trier gereist. Sie kommt regelmäßig, mindestens einmal im Monat, in die Römerstadt. "Ich mag Trier, hier gibt es in den Geschäften eine riesige Auswahl, außerdem kann man gut essen gehen."

Laura Irmen verleiht Schlittschuhe an der Eisbahn auf dem Kornmarkt. Obgleich der Betrieb vor einem Jahr wegen des kälteren Wetters besser war, ist sie zufrieden: "Bei uns ist immer was los." Nicht nur die Geschäfte litten gestern unter dem Regen, auch einige Benefizstände hätten sich einen größeren Zulauf gewünscht. In der Brotstraße verkaufte der Förderverein der Kita Herz-Jesu Waffeln, Kuchen und Muffins, damit eine neue Rutsche angeschafft werden kann. In der Fleischstraße bot der Verein "Bildung fördert Entwicklung" Punsch und weißen Glühwein für Projekte in den Slums von Nairobi an.